Halb fünf am Morgen ist nicht meine Zeit, war nie meine Zeit und wird nie meine Zeit. Manchmal lässt es sich aber nicht vermeiden, so auch an Tag 8. Fischer fahren früh raus und da wir mit Pall und Otur auf der Bliki rausfahren wollten, mussten wir halt auch früh raus.
Kurz gesagt, diese Fahrt war ein Traum. Im Morgengrauen fuhren wir aus dem Fjord von Sudureyri raus aufs offene Meer und sahen die Sonne über den Westfjorden aufgehen. Hier und da gab es Regenschleier, die alles in ein weiches rotes Licht tauchten. Unvergessliche Bilder im Kopf.
Die beiden angeln mit Leinen. Das bedeutet, dass sie lange Leinen mit Haken, an denen Köder befestigt sind, auslegen und anschließend wieder an Bord hieven. In unserem Fall waren das 32 Leinen á 500 Meter á 500 Haken miteinander verbunden, also 16km Leine, die im Kreis nach und nach ausgelegt wurden. Irgendwann verzogen sich die letzten Regenwolken, die Sonne kam raus, "It´s a kind of magic" lief im Radio und ich hatte richtig Spaß.
Otur mit einem Seeteufel
Janis mit einem Seeteufel
Pall mit einem groooßen Kabeljau/Dorsch (im Hintergrund ist die Winde zu sehen, mit der die Leinen wieder an Bord geholt werden; dahinter die kleine Rampe, über die die Fische von den Haken auf die Arbeitsfläche kommen; auf dieser wird den Fischen die Kehle durchgeschnitten und sie dann in den Bauch des Schiffes sortiert; der Haken ins Palls Hand erleichtert das Einholen der richtig großen Fische)
Wieso heißt dieser Fisch eigentlich Steinbeißer?!
Und unsere Bliki.
Nach einem ordentlichen Fischgratin-Sandwich und Kaffee, ich werde auf Island zur Filterkaffeetrinkerin, verließen wir schweren Herzens Sudureyri und setzten unseren Weg durch die Westfjorde fort. Dieses eine Mal ließ ich Janis ans Steuer, weil ich kurz vorm Umfallen war, was keine gute Kombination zusammen mit Schotterpiste, Schlaglöchern und, immer wieder niedlich, steilen Bergen und Abhängen in die Fjorde ist.
Wir hielten wieder bei meinem absoluten Lieblingswasserfall Dynjandi. Vorher trafen wir an der ersten Fjordbiegung mit Blick auf Blick auf Dynjandi zwei Radfahrer (!), die wir schon in Isarfjördur im Tjörohusid getroffen hatten. Die beiden machen richtig gut Strecke, wir haben sie mittlerweile noch einmal gesehen.
Der erste Blick.
Wir kommen näher.
Und wir sind da.
Und der Fjord zum Wasserfall.
Danach ging´s weiter auf der uns bekannten Schotterpiste Richtung Patreksfjördur. Otti 2 hatte ja schon in Djupavik bewiesen, dass er eine Warnleuchte hat, und ließ uns in Ruhe. Der Pott am Wegesrand am Reykjafjördur, den wir beim letzten Mal gesehen hatten, war leider leer. Ich hoffe, dass es nur wegen Reinigungs- und Reparaturarbeiten ist, und nicht, weil dumme Leute noch dümmere Sachen gemacht haben.
In Patreksfjödur gingen wir, wie beim letzten Mal, ins Heimsendi und genossen die besten Burger der Westfjorde. Und fielen todmüde ins Bett. Pläne für den folgenden Tag hatten wir keine. Immer schön flexibel bleiben.
Tuesday, September 6, 2016
Monday, September 5, 2016
Tag 7 - flexibel bleiben
Auf Island sollte man nie feste Pläne machen, das Wetter kann einem immer einen Strich durch die Rechnung machen, so auch an Tag 7. Eigentlich hatten wir für diesen Tag, Freitag, wie ich nach längerer Recherche herausgefunden habe, eine Ausfahrt auf einem Fischerboot geplant. Der Gastgeber unseres Guesthouses Fisherman in Sudureyri hatte das auf unseren Wunsch organisiert. Der Kapitän Pall meinte aber, dass der Wind wohl nicht so gut wäre, könnte etwas holperig werden, Samstag wäre besser. Wie gut, dass wir drei Nächte in Sudureyri gebucht hatten.
Also, nicht um 04.30 Uhr (MORGENS!!!!!!) raus, sondern wie immer erst gegen halb neun Uhr. Als erstes fuhren wir durch den Tunnel Richtung Flateyri, ein wie Sudureyri kleines, fast verschlafen wirkendes Fischerdorf in einem Fjord. Wir fuhren und spazierten ein wenig durch den Ort. Wie im vorherigen Eintrag kurz angesprochen, gab es in Flateyri am frühen Morgen des 27. Oktober 1995 ein schweres Schneelawinenunglück, bei dem 20 Menschen starben. Vor der Kirche in Flateyri liegt ein großer Stein, auf dem die Namen der Toten eingraviert sind. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir Vater und Sohn, die gemeinsam starben. Und eine junge fünfköpfige Familie, das jüngste Kind war gerade ein Jahr alt.
Ein Foto vom Önundarfjördur in Richtung Flateyri. Der Schornstein am rechten Rand gehört zum Versuch des Wiederaufbaus der abgebrannten, ehemals größten Walfangstation Islands, im Hintergrund ist Flateyri zu sehen.
Und der Fjord in die andere Richtung. Auch bei nicht idealem Wetter ist Island beeindruckend.
Wir fuhren weiter in eine uns bekannte Richtung, nämlich nach Phingeyri. Hier hatten wir beim letzten Mal großartige drei Stunden beim Reiten erlebt und wollten wieder ähnliches genießen. Je näher wir dem Ort kamen, desto feuchter wurde es von oben... Wir sind ja nicht aus Zucker, also ab in die Reithose und die Regenjacke und rauf auf Gapur. Mit uns beiden ritten noch zwei Frauen und ihre Teenagersöhne aus Amerika, hat alles irgendwie gepasst, trotz Regens.
Zum Aufwärmen und Trocknen fuhren wir ins Cafe Simbahöllin, das auch die Reittouren organisiert, die haben dort immer noch hervorragende Waffeln.
Auch die anschließende Station war ein bekannter Ort vom letzten Mal. Wir wollten den wunderschönen Garten Skrudur in voller Blüte erleben, nachdem wir in beim letzten Mal leider nur in den letzten Zügen des Winters erleben konnten.
Und so sah er jetzt aus.
Selbst das Gewächshaus war offen und wir konnten uns endlich im Gästebuch eintragen. Gästebücher sind ganz wichtig in Island.
Maggikraut gibt´s auch auf Island.
Man muss wahrscheinlich ein kleiner starker Galliert sein, um auf Island als Kartoffel zu überleben.
Danach ging´s "nach Hause" nach Sudureyri. Leider war das Tjörohusid komplett ausgebucht, Elias vom Fisherman besorgte uns aber einen Tisch im kleinen feinen Edinborg in Isafjördur. Der Fang des Tages war lecker. Und dann ging´s früh ins Bett, sollte ja schließlich ne kurze Nacht werden.
Also, nicht um 04.30 Uhr (MORGENS!!!!!!) raus, sondern wie immer erst gegen halb neun Uhr. Als erstes fuhren wir durch den Tunnel Richtung Flateyri, ein wie Sudureyri kleines, fast verschlafen wirkendes Fischerdorf in einem Fjord. Wir fuhren und spazierten ein wenig durch den Ort. Wie im vorherigen Eintrag kurz angesprochen, gab es in Flateyri am frühen Morgen des 27. Oktober 1995 ein schweres Schneelawinenunglück, bei dem 20 Menschen starben. Vor der Kirche in Flateyri liegt ein großer Stein, auf dem die Namen der Toten eingraviert sind. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir Vater und Sohn, die gemeinsam starben. Und eine junge fünfköpfige Familie, das jüngste Kind war gerade ein Jahr alt.
Ein Foto vom Önundarfjördur in Richtung Flateyri. Der Schornstein am rechten Rand gehört zum Versuch des Wiederaufbaus der abgebrannten, ehemals größten Walfangstation Islands, im Hintergrund ist Flateyri zu sehen.
Und der Fjord in die andere Richtung. Auch bei nicht idealem Wetter ist Island beeindruckend.
Wir fuhren weiter in eine uns bekannte Richtung, nämlich nach Phingeyri. Hier hatten wir beim letzten Mal großartige drei Stunden beim Reiten erlebt und wollten wieder ähnliches genießen. Je näher wir dem Ort kamen, desto feuchter wurde es von oben... Wir sind ja nicht aus Zucker, also ab in die Reithose und die Regenjacke und rauf auf Gapur. Mit uns beiden ritten noch zwei Frauen und ihre Teenagersöhne aus Amerika, hat alles irgendwie gepasst, trotz Regens.
Zum Aufwärmen und Trocknen fuhren wir ins Cafe Simbahöllin, das auch die Reittouren organisiert, die haben dort immer noch hervorragende Waffeln.
Auch die anschließende Station war ein bekannter Ort vom letzten Mal. Wir wollten den wunderschönen Garten Skrudur in voller Blüte erleben, nachdem wir in beim letzten Mal leider nur in den letzten Zügen des Winters erleben konnten.
Und so sah er jetzt aus.
Selbst das Gewächshaus war offen und wir konnten uns endlich im Gästebuch eintragen. Gästebücher sind ganz wichtig in Island.
Maggikraut gibt´s auch auf Island.
Man muss wahrscheinlich ein kleiner starker Galliert sein, um auf Island als Kartoffel zu überleben.
Danach ging´s "nach Hause" nach Sudureyri. Leider war das Tjörohusid komplett ausgebucht, Elias vom Fisherman besorgte uns aber einen Tisch im kleinen feinen Edinborg in Isafjördur. Der Fang des Tages war lecker. Und dann ging´s früh ins Bett, sollte ja schließlich ne kurze Nacht werden.
Saturday, September 3, 2016
Tag 6 - die Welt von oben.
Zunächst ging es für uns durch den einspurigen Tunnel, dann an der Abzweigung, im Tunnel, nach links, wo´s wenigstens wieder zwei Spuren gibt, nach Isarfjördur, der größten Stadt der Westfjorde. Der Winter muss hier noch härter als andernorts sein, im Winter kommt die Sonne nämlich nicht über die Berge. Dafür wird an dem Tag, an dem Sonne das erste Mal wieder die Stadt erreicht, groß gefeiert. Ich kann´s verstehen.
Wir schlenderten wieder gemütlich am Westfjord´s Heritage Museum vorbei und machten kurz im Tjörohusid nebenan halt, um fürs Abendsessen zu reservieren. Das ist, laut meinem neuen Lieblingsreiseführer aus dem Michael Müller-Verlag, ein beliebtes Fischrestaurant in rustikaler Atmosphäre im ältesten Haus Islands. Chef des Ladens war superentspannt, es gäbe kaum Buchungen für den Abend, wir sollten einfach kommen, wenn wir wollen. Tja, abends sah das Bild ganz anders aus, der Laden war brechend voll und Leute wurden wieder weggeschickt. Ein Hoch auf unsere Reservierung. Vollgefressen kugelten wir irgendwann wieder von dannen.
Aber der Reihe nach. Wir bummelten weiter gemütlich durch Isarfjördur, informierten uns in der Touriinfo zu Wandertouren und ich kaufte auch nicht den ganzen Wolleladen leer.
Anschließend fuhren wir durch einen anderen Tunnel nach Ösvur und Bolungarvik. Das nachgebaute Fischereistationsmuseum hatte schon geschlossen (Saisonende am 31.08. halt, wenn die Schule wieder beginnt), so dass wir schnell beim Leutturm landeten.
Vor dem Tunnelbau nach Bolungarvik gab es einer Straße außen am Fjord entlang, die mittlerweile nicht mehr instand gehalten wird. Wahnsinnige nehmen sie wohl trotzdem.
Beim nächsten Besuch werden da noch mehr Steine liegen. Geröll- und auch Schneelawinen waren und sind eine der großen Gefahren in unserer aktuellen Ecke der Westfjorde, daher auch die vielen Tunnel. Wir waren heute (Tag 7) in Flateyri, wo im Oktober 1995 eine Schneelawine 20 Menschen, immerhin 10% der Einwohner, tötete.
Aber es gibt auch Schönes am Wegesrand.
Danach durfte Otti 2 seine Gämsenfähigkeiten unter Beweis stellen, als wir hinter Bolungarvik über die Piste mit bis zu 10%-Steigung hoch zum Bolafjall fuhren und die großartige Aussicht über den Isarfardajup und die Tafelberge der Westfjorde genossen. Heute hätten wir weniger Spaß gehabt, denn das Wetter war heute eher feucht.
Wieder auf fast Normalnull fuhren wir fast bis ans Ende, um in der Bucht von Skalavik zu picknicken. Das Tal ist mittlerweile wohl verlassen, ehemalige Bewohner haben Sommerhäuser und leben nicht dauerhaft dort. Ohne die kleine Karte der Touriinfo hätte es uns wahrscheinlich nicht an diesen schönen stillen Flecken verschlagen.
Die orangefarbene Hütte ist eine Rettungs- bzw. Schutzhütte der Isländischen Rettungsgesellschaft, weshalb die Tür abgeschlossen ist, so dass wir natürlich rein sind.
Weshalb nun aber Knoblauchzehen auf dem Fensterbrett einer Schutzhütte liegen, weiß der Geier.
Und hier noch ein Blick auf Bolungarvik, nachdem wir uns über die Schotter- und Ruckepiste wieder in Richtung Zivilisation durchgekämpft hatten.
Und vom Abendessen habe ich schon geschwärmt!
Wir schlenderten wieder gemütlich am Westfjord´s Heritage Museum vorbei und machten kurz im Tjörohusid nebenan halt, um fürs Abendsessen zu reservieren. Das ist, laut meinem neuen Lieblingsreiseführer aus dem Michael Müller-Verlag, ein beliebtes Fischrestaurant in rustikaler Atmosphäre im ältesten Haus Islands. Chef des Ladens war superentspannt, es gäbe kaum Buchungen für den Abend, wir sollten einfach kommen, wenn wir wollen. Tja, abends sah das Bild ganz anders aus, der Laden war brechend voll und Leute wurden wieder weggeschickt. Ein Hoch auf unsere Reservierung. Vollgefressen kugelten wir irgendwann wieder von dannen.
Aber der Reihe nach. Wir bummelten weiter gemütlich durch Isarfjördur, informierten uns in der Touriinfo zu Wandertouren und ich kaufte auch nicht den ganzen Wolleladen leer.
Anschließend fuhren wir durch einen anderen Tunnel nach Ösvur und Bolungarvik. Das nachgebaute Fischereistationsmuseum hatte schon geschlossen (Saisonende am 31.08. halt, wenn die Schule wieder beginnt), so dass wir schnell beim Leutturm landeten.
Vor dem Tunnelbau nach Bolungarvik gab es einer Straße außen am Fjord entlang, die mittlerweile nicht mehr instand gehalten wird. Wahnsinnige nehmen sie wohl trotzdem.
Beim nächsten Besuch werden da noch mehr Steine liegen. Geröll- und auch Schneelawinen waren und sind eine der großen Gefahren in unserer aktuellen Ecke der Westfjorde, daher auch die vielen Tunnel. Wir waren heute (Tag 7) in Flateyri, wo im Oktober 1995 eine Schneelawine 20 Menschen, immerhin 10% der Einwohner, tötete.
Aber es gibt auch Schönes am Wegesrand.
Danach durfte Otti 2 seine Gämsenfähigkeiten unter Beweis stellen, als wir hinter Bolungarvik über die Piste mit bis zu 10%-Steigung hoch zum Bolafjall fuhren und die großartige Aussicht über den Isarfardajup und die Tafelberge der Westfjorde genossen. Heute hätten wir weniger Spaß gehabt, denn das Wetter war heute eher feucht.
Wieder auf fast Normalnull fuhren wir fast bis ans Ende, um in der Bucht von Skalavik zu picknicken. Das Tal ist mittlerweile wohl verlassen, ehemalige Bewohner haben Sommerhäuser und leben nicht dauerhaft dort. Ohne die kleine Karte der Touriinfo hätte es uns wahrscheinlich nicht an diesen schönen stillen Flecken verschlagen.
Die orangefarbene Hütte ist eine Rettungs- bzw. Schutzhütte der Isländischen Rettungsgesellschaft, weshalb die Tür abgeschlossen ist, so dass wir natürlich rein sind.
Weshalb nun aber Knoblauchzehen auf dem Fensterbrett einer Schutzhütte liegen, weiß der Geier.
Und hier noch ein Blick auf Bolungarvik, nachdem wir uns über die Schotter- und Ruckepiste wieder in Richtung Zivilisation durchgekämpft hatten.
Und vom Abendessen habe ich schon geschwärmt!
Friday, September 2, 2016
Tag 5 - moderne Technik nervt
Leicht verspätet wegen großartiger Nordlichter der Bericht über den gestrigen Tag.
Auch dieses Mal ein Epilog: Moderne Autos mit ihren Sensoren sind gequirlte Durchfallkatzenkacke. Am Ende von Tag 4, nach einem erneuten ausgiebigen Bad in Krossneslaug, erschien das uns vom letzten Jahr bekannte Warnzeichen des abfallenden Reifendrucks. Wir ließen uns, eben wegen der Erfarhung des vergangenen Jahres, überhaupt nicht aus der Ruhe bringen, sondern fuhren entspannt zum Hotel zurück. Dort angekommen, machte ich den Motor aus, wartete kurz, startete den Motor erneut und... uuuups, das Warnsignal erschien wieder. Gar. Nicht. Gut. Aber, watt willste machen am Popo der Welt, wenn´s dunkel und ungemütlich wird. Nach dem Essen fragten wir an, ob man uns wegen eines eventuell möglicherweise vorhandenen Problems mit Otti helfen könne. Yep, am Morgen könne der Chef des Hauses, der sich mit Autos auskennen würde, die Sache ansehen. Also, am nächsten Morgen, Cheffe nicht da, aber einer der Angestellten war in der Lage, mit einem Ding, das wie ein Kugelschreiber aussah, den Reifendruck zu überprüfen, der auf allen Reifen punktgenau gleich war. Aber in einer Einheit, mit der keiner von uns was anfangen konnte. Nun gut, überall derselbe Druck, damit fühlten wir uns sicher genug, zum nächsten größeren Ort, Holmavik, zu kommen, wo es eine Tankstelle gibt. Und schlicht und ergreifend Menschen. Also gut, ab ins Auto, deutlich weniger entspannt als auf dem Hinweg und dann, vier fünf Kilometer vor Holmavik, verschwindet dieses gottverdammte Grützzeichen aus dem Armaturenbrett und ward seitdem nicht mehr gesehen. Otti 2 hat einen seltsamen Sinn für Humor.
Djupavik bereitete uns am Morgen aber nicht nur Probleme, sondern die Sommerdauergäste kamen, um sich von uns zu verabschieden.
Merklich entspannter machten wir uns auf unsere Weiterreise Richtung Westen, wie auch die vergangenen Tage begeistert darüber, dass die Landschaft so mit ohne Schnee noch beeindruckender ist. Da wir ungefähr wussten, wie lange wir für die Strecke bis ins aktuelle Hotel in Sudureyri brauchen würden, konnten wir uns Zeit lassen und die Gegend genießen.
So machten wir dieses Mal in Reykjanes halt. Diese Ortschaft, ich bin großzügig bei der Nutzung dieser Bezeichnung, ist bekannt für ihren großen Pool mit 50m Bahn. Und den heißen Quellen so nah am Meer, dass man dort wohl baden kann. Wir haben es nicht ausprobiert, aber immerhin den Finger ohne Abfrieren reingehalten. Das Ufer schaut dann so aus.
Genau hinter meinem Standpunkt befindet sich diese kleine Picknickecke, die wir natürlich für eine Pause nutzten. Kleiner Tipp am Rande, nie nie nie dänische Salami kaufen. Die giftig pinke Farbe hätte uns Warnung genug sein sollen, das Zeug ist widerwärtig. Mittlerweile ist sie endlich aufgebraucht, aber das Zeugs versaut einem jedes Picknick, trotz tollen Ausblicks.
Die Kiste auf dem Tisch enthält übrigens selbstgemachte Marmelade, kleine Erinnerungstüten mit Muscheln sowie eine Kasse des Vertrauens und ein Quittungsbuch. So viel Gottvertrauen hat man vermutlich nur noch auf Island. Und das wahrscheinlich auch nicht mehr lange.
Außerdem gibt es in Reykjanes eine klitzewinzigkleine Fabrik zur Herstellung von Meersalz, im Hotel nebenan kann man es kaufen. Wir machten also erstmal einen Großeinkauf (Weihnachtsgeschenke sind gerettet) und spazierten dann hinunter zum Ufer und zu den zwei Fabrikgebäuden. Drinnen war natürlich keiner, der uns hätte eine Führung geben können. Wir wollten gerade weiterlaufen, da kam einer kleiner Corsa angeschossen, ein äußerst entspannter junger Mann mit Sandwich im Mund stieg aus und schlurfte ins Gebäude. Und kam kurz danach wieder raus und fragte uns, tiefenentspannt, ob wir die Anlage besichtigen wollen. Absolut! Also, Haarnetz auf, Plastiküberzieher über die Schuhe und rein ging´s in die Hitze. War spannend! Und witzig, der Typ hatte sowas von die Ruhe weg.
Einer der drei Bottiche fürs Meerwasser, von außen fotografiert. Die feuchte Hitze drinnen hätte ich meiner Kamera nie angetan.
Mit der Tour fertig, und jetzt nicht wirklich am Boden zerstört, weil wir nicht auch noch ihm Salz abkauften, empfahl er uns noch einen kleinen Spaziergang von 10 Minuten weiter das Ufer entlang, um den alten Pool zu sehen. Scheint der älteste Pool Islands zu sein. Und enthält leider kein heißes Wasser mehr. Sieht aber toll aus und ist malerisch gelegen
.
Weiter ging´s bis zum nächsten Parkplatz, der für einen Fotostop mit Blick auf die Insel Vigur und weitere Fjorde genutzt werden musste. So sah es eigentlich während unserer gesamten Fahrt aus.
Den nächsten Spontanhalt machten wir bei dem Museumsgehöft Litlibear. Ganz ehrlich, wenn etwas von der Straße aus so aussieht, muss man anhalten.
Drinnen war es mindestens genauso großartig. Litlibaer, kleiner Hof, ist ein altes Gehöft, welches bis in die 1960er bewirtschaftet wurde. Zum Teil haben dort bis zum 20 Menschen gewohnt, ich mag es mir nicht vorstellen. Jetzt kann man die auf zwei Etagen verteilten vier Zimmer besichtigen, guten Kaffee trinken und frische Waffeln essen.
Und man kann mit Amerikanern so gut ins Gespräch kommen, dass man sich freut, wenn man hört, dass sie im selben Ort wie wir übernachten. So hatten wir mit Kathleen und Paul dann auch noch ein schönen Abendessen hier in Sudureyri.
Und wir hatten ja auch noch die Nordlichter.
PS: So sah ich bei der Wanderung aus. Gämsendiplon, sofort.
Auch dieses Mal ein Epilog: Moderne Autos mit ihren Sensoren sind gequirlte Durchfallkatzenkacke. Am Ende von Tag 4, nach einem erneuten ausgiebigen Bad in Krossneslaug, erschien das uns vom letzten Jahr bekannte Warnzeichen des abfallenden Reifendrucks. Wir ließen uns, eben wegen der Erfarhung des vergangenen Jahres, überhaupt nicht aus der Ruhe bringen, sondern fuhren entspannt zum Hotel zurück. Dort angekommen, machte ich den Motor aus, wartete kurz, startete den Motor erneut und... uuuups, das Warnsignal erschien wieder. Gar. Nicht. Gut. Aber, watt willste machen am Popo der Welt, wenn´s dunkel und ungemütlich wird. Nach dem Essen fragten wir an, ob man uns wegen eines eventuell möglicherweise vorhandenen Problems mit Otti helfen könne. Yep, am Morgen könne der Chef des Hauses, der sich mit Autos auskennen würde, die Sache ansehen. Also, am nächsten Morgen, Cheffe nicht da, aber einer der Angestellten war in der Lage, mit einem Ding, das wie ein Kugelschreiber aussah, den Reifendruck zu überprüfen, der auf allen Reifen punktgenau gleich war. Aber in einer Einheit, mit der keiner von uns was anfangen konnte. Nun gut, überall derselbe Druck, damit fühlten wir uns sicher genug, zum nächsten größeren Ort, Holmavik, zu kommen, wo es eine Tankstelle gibt. Und schlicht und ergreifend Menschen. Also gut, ab ins Auto, deutlich weniger entspannt als auf dem Hinweg und dann, vier fünf Kilometer vor Holmavik, verschwindet dieses gottverdammte Grützzeichen aus dem Armaturenbrett und ward seitdem nicht mehr gesehen. Otti 2 hat einen seltsamen Sinn für Humor.
Djupavik bereitete uns am Morgen aber nicht nur Probleme, sondern die Sommerdauergäste kamen, um sich von uns zu verabschieden.
Merklich entspannter machten wir uns auf unsere Weiterreise Richtung Westen, wie auch die vergangenen Tage begeistert darüber, dass die Landschaft so mit ohne Schnee noch beeindruckender ist. Da wir ungefähr wussten, wie lange wir für die Strecke bis ins aktuelle Hotel in Sudureyri brauchen würden, konnten wir uns Zeit lassen und die Gegend genießen.
So machten wir dieses Mal in Reykjanes halt. Diese Ortschaft, ich bin großzügig bei der Nutzung dieser Bezeichnung, ist bekannt für ihren großen Pool mit 50m Bahn. Und den heißen Quellen so nah am Meer, dass man dort wohl baden kann. Wir haben es nicht ausprobiert, aber immerhin den Finger ohne Abfrieren reingehalten. Das Ufer schaut dann so aus.
Genau hinter meinem Standpunkt befindet sich diese kleine Picknickecke, die wir natürlich für eine Pause nutzten. Kleiner Tipp am Rande, nie nie nie dänische Salami kaufen. Die giftig pinke Farbe hätte uns Warnung genug sein sollen, das Zeug ist widerwärtig. Mittlerweile ist sie endlich aufgebraucht, aber das Zeugs versaut einem jedes Picknick, trotz tollen Ausblicks.
Die Kiste auf dem Tisch enthält übrigens selbstgemachte Marmelade, kleine Erinnerungstüten mit Muscheln sowie eine Kasse des Vertrauens und ein Quittungsbuch. So viel Gottvertrauen hat man vermutlich nur noch auf Island. Und das wahrscheinlich auch nicht mehr lange.
Außerdem gibt es in Reykjanes eine klitzewinzigkleine Fabrik zur Herstellung von Meersalz, im Hotel nebenan kann man es kaufen. Wir machten also erstmal einen Großeinkauf (Weihnachtsgeschenke sind gerettet) und spazierten dann hinunter zum Ufer und zu den zwei Fabrikgebäuden. Drinnen war natürlich keiner, der uns hätte eine Führung geben können. Wir wollten gerade weiterlaufen, da kam einer kleiner Corsa angeschossen, ein äußerst entspannter junger Mann mit Sandwich im Mund stieg aus und schlurfte ins Gebäude. Und kam kurz danach wieder raus und fragte uns, tiefenentspannt, ob wir die Anlage besichtigen wollen. Absolut! Also, Haarnetz auf, Plastiküberzieher über die Schuhe und rein ging´s in die Hitze. War spannend! Und witzig, der Typ hatte sowas von die Ruhe weg.
Einer der drei Bottiche fürs Meerwasser, von außen fotografiert. Die feuchte Hitze drinnen hätte ich meiner Kamera nie angetan.
Mit der Tour fertig, und jetzt nicht wirklich am Boden zerstört, weil wir nicht auch noch ihm Salz abkauften, empfahl er uns noch einen kleinen Spaziergang von 10 Minuten weiter das Ufer entlang, um den alten Pool zu sehen. Scheint der älteste Pool Islands zu sein. Und enthält leider kein heißes Wasser mehr. Sieht aber toll aus und ist malerisch gelegen
.
Weiter ging´s bis zum nächsten Parkplatz, der für einen Fotostop mit Blick auf die Insel Vigur und weitere Fjorde genutzt werden musste. So sah es eigentlich während unserer gesamten Fahrt aus.
Den nächsten Spontanhalt machten wir bei dem Museumsgehöft Litlibear. Ganz ehrlich, wenn etwas von der Straße aus so aussieht, muss man anhalten.
Drinnen war es mindestens genauso großartig. Litlibaer, kleiner Hof, ist ein altes Gehöft, welches bis in die 1960er bewirtschaftet wurde. Zum Teil haben dort bis zum 20 Menschen gewohnt, ich mag es mir nicht vorstellen. Jetzt kann man die auf zwei Etagen verteilten vier Zimmer besichtigen, guten Kaffee trinken und frische Waffeln essen.
Und man kann mit Amerikanern so gut ins Gespräch kommen, dass man sich freut, wenn man hört, dass sie im selben Ort wie wir übernachten. So hatten wir mit Kathleen und Paul dann auch noch ein schönen Abendessen hier in Sudureyri.
Und wir hatten ja auch noch die Nordlichter.
PS: So sah ich bei der Wanderung aus. Gämsendiplon, sofort.
Thursday, September 1, 2016
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