Jedenfalls, Tag 9 brach an und wir hatten nicht mehr ganz so tolles Wetter, will heißen, es war bedeckt, aber ohne Regen. So richtige Pläne hatten wir, wie auch im Rest des Urlaubs nicht. Beim Blättern durch den Reiseführer fanden wir, dass die Ortschaft Hrafnseyri mitsamt dem Jon-Sigurdsson-Museum einen Besuch wert ist. Mehr zu diesem dann später.
Zunächst fuhren wir in den Süden der Westfjorde nach
Flokalundur. Waren wir noch nicht, also mussten wir hin. Kleiner Einschub – um
mich an die Schreibweise des Namens zu erinnern, musste ich unsere Karte für
die Westfjorde auskramen und es überkam mich, an Tag 11, leichte Wehmut, denn
mir fehlen die Westfjorde jetzt schon. An der Rezeption des dortigen Hotels
fragte ich nach einer Möglichkeit, den Surtrabrandsgil aufzusuchen, eine
Schlucht mit eingelagerten Schichten aus Braunkohle, klang im Reiseführer sehr
spannend und kann nur mit einem Ranger besichtigt werden. Tja, mein Pech, genau
an diesem Morgen hatte der Ranger für den Rest des Jahres den Ort verlassen.
Zum Trost bekam ich eine Umgebungskarte mit fünf, sechs Wanderwegen und die Empfehlung, den einen Wanderweg entlang der Schlucht oberhalb eines kleinen Flusses zu gehen. Janis und ich entschieden uns statt dieser einfachen Wanderung für die etwas größere rauf zum Lomfell. Wir hatten die Hoffnung, von diesem Berg aus einen schönen Blick besonders nach Süden Richtung Breidafjördur zu haben.
Auto geparkt, Wanderschuhe an, Kamera in den Rucksack und
los geht´s, immer den Stöckchen nach, über Geröll mehr oder weniger konstant
bergauf.
Der obere Teil des Pfostens ist ernst zu nehmen
Ein kleiner Einschub zum Thema Wandern, besonders auf Island. Man sollte immer die Markierungen im Blick haben. Wenn das Wetter und die Sicht zu schlecht werden, ist dies elementar wichtig. Siehe die folgenden Beispielfotos.
Zum Teil blieb einer von uns an der letzten Markierung
stehen, während der andere die nächste suchte. So konnten wir sicher sein, dass
wir wenigstens den Weg zurück finden würden.
Trotz schlechter Sicht waren die Anblicke trotzdem beeindruckend. So weit oben gibt es nicht mehr viel Vegetation, aber Flechten und Moose sind hart im Nehmen.
Kurz vorm Gipfel war ich an dem Punkt, wo Sicht und Anstieg
zu viel wurden, schließlich musste der Weg ja auch noch zurückgestiegen werden.
Und runter ist immer, immer schwieriger als rauf. Wir verabredeten, dass Janis
zwanzig Minuten später wieder bei mir sein würde. Er hat es tatsächlich nach
oben geschafft und sich im Gipfelbuch eingetragen. Ich mache das beim nächsten
Mal.
Und hier kommt er zurück, der Mann aus dem Nebel.
In Hrafnseyri angekommen, besuchten wir eine kleine
informative Ausstellung zu Jon Sigurdsson. Jon ist, wenn man so will, der große
Freiheitskämpfer zur die isländische Unabhängigkeit von Dänemark. Er wurde in
diesem Flecken der Westjorde geboren und wuchs hier auf. Der freundliche Herr,
der die Aufsicht über das Museum und die Kasse hatte, erzählte uns viel
Interessantes über die Gegend, Jon und auch frühere Bewohner der Gegend,
beispielsweise Hrafn, dem sie ihren Namen verdankt.
Man hat vom Museum aus eine malerische Aussicht auf den
Fjord. Und Dynjandi ist auch zu sehen.
Auf dem Rückweg ließen wir ihn dann nicht links liegen,
sondern machten einen kurzen Fotostop auf dem Parkplatz.
Immobilie an Liebhaber mit handwerklichem Geschickt
abzugeben.
Liebhaberstück mit Historie sucht erfahrene Hände.
Was sonst noch? Wäsche war ja erledigt... Ach ja, ein bisserl Nordlichter hatte es in der Nacht, aber mehr als ein Schleier war es nicht, also mussten wir die Nacht nicht durchmachen.










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