Monday, April 13, 2009

Ich bin dann mal... wieder da.

Mit dem mir eigenen Zeitgefühl vermelde ich gut eine Woche nach meiner Rückkehr eben selbige. Nach zwei ereignisreichen, anstrengenden und vor allem viel zu kurzen Wochen im Outback begab ich mich am 02.04. mit dem 29,2 kg schweren Riesenkoffer (vielen Dank Ellen, er hat es überlebt, aber Du hast Ausleihverbot an mich) und überdimensionalem Handgepäck (ich war bei der Auslegung der Handgepäckregelung insbesondere in Bezug auf das Gewicht eher großzügig) zum Flughafen von Sydney und stellte fest, dass die Sicherheitskontrolle vom Dubliner Flughafen harmlos ist im Vergleich zu dem Chaos am Flughafen in Sydney - eine Schlange für alle internationalen Flüge ist ein wenig sparsam. Zwei Langstrecken- und einen Kurzstreckenflug später landete ich am 03.04. im wunderbarerweise warmen und im Gegensatz zu Sydney trockenen Berlin und wurde von Janis und meiner Mama in Empfang genommen. Janis war mein Held, weil er nicht nur den Koffer in meine Wohnung im sechsten Stock ohne Fahrstuhl schleppte, sondern auch ordentliches Brot zum Flughafen brachte.

Ich bin ja bekanntermaßen in Unkenntnis der australischen Tierwelt nach Australien und besonders ins Outback gefahren, ich war daher schon überrascht, als einer der Tourguides dieses Lied im Bus spielte:



Zu den zwei Wochen Rundreise gibt es soviel zu erzählen und so viele Fotos zu zeigen (mittlerweile singe auch ich das Loblied auf die digitale Fotografie), dass ich mich kurz fassen werde. Mein ursprünglicher Reiseplan war, einfach nur in den Mittelpunkt des Landes nach Alice Springs zu fliegen, um Uluru zu sehen, was man als Tourist halt sehen muss. Der Plan entwickelte sich dann zu einer Rundreise wenigstens um die Osthälfte herum, mit Ausgangspunkt in Darwin und Ende in Melbourne, wodurch ich noch das Outback und die Great Ocean Road mit abgreifen konnte.

Die Bustour von Darwin nach Alice war eine wunderschöne Hölle. Hölle deshalb, weil die Bedingungen hart waren, wenn auch luxuriös im Vergleich zu den Konditionen, unter denen die ersten weißen Entdecker die Strecke oft erlaufen haben. Bei glühendem Planten von oben in einem Bus zu sitzen, ist anstrengend, irgendwann kommt die stärkste Klimaanlage nicht mehr gegen die Sonne an. Dazu kamen dann noch Wanderungen mit verschiedenen Härtegraden bei Temperaturen, die um die 40 Grad pegelten. Erste Übung des Tages war Duschen, gefolgt vom Eincremen mit Sonnencreme Lichtschutzfaktor 30. Tagesabschluss war dann erneut Duschen. Die Wärme führte dazu, dass ich bei meiner Ankunft in Adelaide bei 25 Grad erbärmlich gefroren habe.

Wunderschön, weil die Belohnung sofort erlebbar war – unglaubliche Landschaften. Keine Ahnung, warum ich dachte, dass ich nur Wüste sehen würde, war jedenfalls nicht der Fall. Auf dem Weg von Darwin nach Alice durchfuhr ich tropische Landschaften und Halbwüste. Die Wüste war erst südlich von Alice Springs zu sehen.

Ein paar fotografische Erinnerungen:

Mein neuer Freund:


Der erste Zeltplatz (die Unschärfe ist KEINE Panikreaktion):


Eine der Schluchten (Gorge) im Katherine National Park:


Die Belohnung für die Wanderung zur obigen Schlucht, Schwimmen im Rockpool, allerdings musste ich vorher noch eine Bergziege imitieren, um den Abstieg zu überstehen (für den Rückweg natürlich auch):


Das Daly Waters Pub befindet sich im sprichwörtlichen Nirgendwo:


Janis ganzer Stolz, im Daly Waters Pub:


Die unendlichen Weiten des Outbacks und des Stuart Highway:


Frühsport im Outback, am letzten Tag auf der Fahrt nach Alice Springs sprang der Bus nicht mehr an und wir durften ihn an jedem Halt anschieben:


Devil´s Marbles:


King´s Canyon und die merkwürdigsten Wolken der Welt:


Sonnenaufgang am Uluru:


Einer der Sonnenaufgangsanbeter:


Uluru:



Die Fahrt von Alice Springs nach Adelaide legte ich innerhalb von 24 Stunden mit dem Ghan zurück, einem knapp 500m langen Zug, der auf mehr oder weniger gerader Strecke Adelaide über Alice Springs mit Darwin verbindet.

Der Finke River vom Ghan aus fotografiert, der älteste Fluß der Welt (zumindest in Bezug auf das Flussbett, welches seit Urzeiten unverändert ist):



In Adelaide angekommen, begab ich mich nach einer Nacht auf die nächste Bustour, welche mich über die Grampians entlang der Great Ocean Road nach Melbourne führte.

Die Grampians am Morgen:


Die Grampians bescherten mir endlich mein erstes Aufeinandertreffen mit lebenden Känguruhs, nachdem ich sie bis dahin nur tot, entweder auf dem Grill oder entlang der Straße gesehen hatte:


Auf dem Weg nach Melbourne konnte ich auch endlich Koalas sehen. Sind recht faule Biester, hängen den lieben langen Tag nur in den Bäumen rum und pennen:



Die Great Ocean Road wird als einer der touristischen Höhepunkte Australiens geführt, war für mich allerdings weniger beeindruckend. Zu diesem Zeitpunkt war ich immer noch, wie auch jetzt, vom Outback beeindruckt, außerdem sind die Cliffs of Moher in Irland aus meiner Sicht beeindruckender. War trotzdem nett, mit einem Glas australischen Rotwein in der Hand den Sonnenuntergang zu genießen:


Australier haben durchaus Ahnung von Wein.

Bevor ich mich verabschiede, hier endlich das versprochene Bild vom großen schwarzen Hund Ali, zusammen mit Kim:


Und meiner musikalischen Entdeckung,
Geoffrey Gurrumul Yunupingu, dessen Stimme und Musik unbeschreiblich schön sind: