Sunday, September 18, 2016

Tag 12- irgendwann musste es passieren

Der morgendliche Blick aus dem Fenster verhieß nichts Gutes, unseren Vorrat an sonnigem Wetter hatten wir wohl aufgebraucht. Egal, ich hatte ein Solo-Date mit Hector.

Dieses Mal waren nur Sonja und ich unterwegs und es sollte zum Strand gehen. Sie machte mir wenig Hoffnung, dass wir direkt am Meer würden reiten können, weil noch Flut wäre, aber schauen könnten wir ja mal. Wir schauten, sahen Meer, aber keinen Strand, also ging es "nur" durch die Wiesen. Was Hector offensichtlich richtig freute, denn der Kerl riß nach 5 Schritten immer den Kopf nach unten und mampfte fröhlich.

Ich bin ein Model und ich fress gern Grad. Egal, zweieinhalb Stunden vergingen trotz Regen wie im Flug und beim nächsten Mal auf Island sehen wir uns wieder.

Nach meinem Abschied von Hector (Du fehlst mir) machten wir uns auf den Weg Richtung Reykjavik. Unser letzter Halt auf Snaefellsness war beim Krater Eldborg, ein längst erloschener Vulkankrater, der erwandert und bestiegen werden kann. Im Müller war die Rede von 45 Minuten pro Wegstrecke, ist beim straffen Tempo machbar.

Bevor wir starteten, halfen wir auf dem Parkplatz einer Gruppe von vier Amis, den perfekten Trip in die Westfjorde zu planen. Warnung an alle, fragt uns nicht nach Empfehlungen, wir sind dann eine ganze Weile nicht zu stoppen.

Auch auf der Wanderung zum Krater gab es, natürlich Schafe. Dies ist wohl das erste Schaf, das mir auf Island begegnet ist, welches nicht beim Anblick einer Kamera reißaus genommen hat.


Der abenteuerliche Weg nach oben auf den Kraterrand.


Der Ausblick vom Kraterrand.


Der Blick in den Krater.


Blühende Heide in Vulkanlandschaft.

Weiter ging´s nach Borgarnes, wir wollten endlich ins Settlement Center. Sagen wir´s mal so, ich war etwas enttäuscht. Ambitionierte Ausstellung, Umsetzung hat Luft nach oben.

Wir landeten mitten in der Rush Hour in Reykjavik und zumindest ich war davon, nach 12 Tagen ohne viel Menschen oder Verkehr, etwas überfordert. Ich wäre am liebsten umgedreht und zurück in die Westfjorde gefahren. Aber immerhin, unser Guesthouse begeisterte mich restlos mit seiner Lage, direkt hinter der Hallgrimskirkja.

Aus den Treckingklamotten ausgestiegen und wieder in Großstadtkleidung begaben wir uns ins Getümmel. Aus dem Menge stachen wir, aufgrund fehlender Treckingklamotten, komplett raus. Multifunktionsjacken, Multifunktionshosen, Multifunktionsschuhe, Multifunktionsfunktionsmützen, ich seh nur Multifunktion.

Unten am Hafen bemerkten wir unseren fatalen Fehler, wir hatten den Müller nicht dabei und gingen deshalb nach einigem Herumlaufen auf gut Glück in einen Fish ´n´Chips Laden und fielen kolossal auf die Nase. Das Essen war wie üblich nicht günstig, geschmacklich nicht verkehrt, aber die Portionsgröße... Ich war stinkig, so richtig.

Also, ab in die nächste Bar, Slippbarinn, eine Empfehlung von Elias vom Fisherman´s in Sudureyri. Zwei Cocktails, Brot mit Dips und einem laaangen Schwätz mit dem Barkeeper Jacob, war meine Welt wieder in Ordnung. Meine Laune war so gut, dass wir für den folgenden Abend, unseren letzten in Reykjavik, einen Tisch buchten (Spoiler, hat sich gelohnt).




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