Halb fünf am Morgen ist nicht meine Zeit, war nie meine Zeit und wird nie meine Zeit. Manchmal lässt es sich aber nicht vermeiden, so auch an Tag 8. Fischer fahren früh raus und da wir mit Pall und Otur auf der Bliki rausfahren wollten, mussten wir halt auch früh raus.
Kurz gesagt, diese Fahrt war ein Traum. Im Morgengrauen fuhren wir aus dem Fjord von Sudureyri raus aufs offene Meer und sahen die Sonne über den Westfjorden aufgehen. Hier und da gab es Regenschleier, die alles in ein weiches rotes Licht tauchten. Unvergessliche Bilder im Kopf.
Die beiden angeln mit Leinen. Das bedeutet, dass sie lange Leinen mit Haken, an denen Köder befestigt sind, auslegen und anschließend wieder an Bord hieven. In unserem Fall waren das 32 Leinen á 500 Meter á 500 Haken miteinander verbunden, also 16km Leine, die im Kreis nach und nach ausgelegt wurden. Irgendwann verzogen sich die letzten Regenwolken, die Sonne kam raus, "It´s a kind of magic" lief im Radio und ich hatte richtig Spaß.
Otur mit einem Seeteufel
Janis mit einem Seeteufel
Pall mit einem groooßen Kabeljau/Dorsch (im Hintergrund ist die Winde zu sehen, mit der die Leinen wieder an Bord geholt werden; dahinter die kleine Rampe, über die die Fische von den Haken auf die Arbeitsfläche kommen; auf dieser wird den Fischen die Kehle durchgeschnitten und sie dann in den Bauch des Schiffes sortiert; der Haken ins Palls Hand erleichtert das Einholen der richtig großen Fische)
Wieso heißt dieser Fisch eigentlich Steinbeißer?!
Und unsere Bliki.
Nach einem ordentlichen Fischgratin-Sandwich und Kaffee, ich werde auf Island zur Filterkaffeetrinkerin, verließen wir schweren Herzens Sudureyri und setzten unseren Weg durch die Westfjorde fort. Dieses eine Mal ließ ich Janis ans Steuer, weil ich kurz vorm Umfallen war, was keine gute Kombination zusammen mit Schotterpiste, Schlaglöchern und, immer wieder niedlich, steilen Bergen und Abhängen in die Fjorde ist.
Wir hielten wieder bei meinem absoluten Lieblingswasserfall Dynjandi. Vorher trafen wir an der ersten Fjordbiegung mit Blick auf Blick auf Dynjandi zwei Radfahrer (!), die wir schon in Isarfjördur im Tjörohusid getroffen hatten. Die beiden machen richtig gut Strecke, wir haben sie mittlerweile noch einmal gesehen.
Der erste Blick.
Wir kommen näher.
Und wir sind da.
Und der Fjord zum Wasserfall.
Danach ging´s weiter auf der uns bekannten Schotterpiste Richtung Patreksfjördur. Otti 2 hatte ja schon in Djupavik bewiesen, dass er eine Warnleuchte hat, und ließ uns in Ruhe. Der Pott am Wegesrand am Reykjafjördur, den wir beim letzten Mal gesehen hatten, war leider leer. Ich hoffe, dass es nur wegen Reinigungs- und Reparaturarbeiten ist, und nicht, weil dumme Leute noch dümmere Sachen gemacht haben.
In Patreksfjödur gingen wir, wie beim letzten Mal, ins Heimsendi und genossen die besten Burger der Westfjorde. Und fielen todmüde ins Bett. Pläne für den folgenden Tag hatten wir keine. Immer schön flexibel bleiben.
Tuesday, September 6, 2016
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