Saturday, September 3, 2016

Tag 6 - die Welt von oben.

Zunächst ging es für uns durch den einspurigen Tunnel, dann an der Abzweigung, im Tunnel, nach links, wo´s wenigstens wieder zwei Spuren gibt, nach Isarfjördur, der größten Stadt der Westfjorde. Der Winter muss hier noch härter als andernorts sein, im Winter kommt die Sonne nämlich nicht über die Berge. Dafür wird an dem Tag, an dem Sonne das erste Mal wieder die Stadt erreicht, groß gefeiert. Ich kann´s verstehen.

Wir schlenderten wieder gemütlich am Westfjord´s Heritage Museum vorbei und machten kurz im Tjörohusid nebenan halt, um fürs Abendsessen zu reservieren. Das ist, laut meinem neuen Lieblingsreiseführer aus dem Michael Müller-Verlag, ein beliebtes Fischrestaurant in rustikaler Atmosphäre im ältesten Haus Islands. Chef des Ladens war superentspannt, es gäbe kaum Buchungen für den Abend, wir sollten einfach kommen, wenn wir wollen. Tja, abends sah das Bild ganz anders aus, der Laden war brechend voll und Leute wurden wieder weggeschickt. Ein Hoch auf unsere Reservierung. Vollgefressen kugelten wir irgendwann wieder von dannen.

Aber der Reihe nach. Wir bummelten weiter gemütlich durch Isarfjördur, informierten uns in der Touriinfo zu Wandertouren und ich kaufte auch nicht den ganzen Wolleladen leer.

Anschließend fuhren wir durch einen anderen Tunnel nach Ösvur und Bolungarvik. Das nachgebaute Fischereistationsmuseum hatte schon geschlossen (Saisonende am 31.08. halt, wenn die Schule wieder beginnt), so dass wir schnell beim Leutturm landeten.


Vor dem Tunnelbau nach Bolungarvik gab es einer Straße außen am Fjord entlang, die mittlerweile nicht mehr instand gehalten wird. Wahnsinnige nehmen sie wohl trotzdem.



Beim nächsten Besuch werden da noch mehr Steine liegen. Geröll- und auch Schneelawinen waren und sind eine der großen Gefahren in unserer aktuellen Ecke der Westfjorde, daher auch die vielen Tunnel. Wir waren heute (Tag 7) in Flateyri, wo im Oktober 1995 eine Schneelawine 20 Menschen, immerhin 10% der Einwohner, tötete.

Aber es gibt auch Schönes am Wegesrand.


Danach durfte Otti 2 seine Gämsenfähigkeiten unter Beweis stellen, als wir hinter Bolungarvik über die Piste mit bis zu 10%-Steigung hoch zum Bolafjall fuhren und die großartige Aussicht über den Isarfardajup und die Tafelberge der Westfjorde genossen. Heute hätten wir weniger Spaß gehabt, denn das Wetter war heute eher feucht.




Wieder auf fast Normalnull fuhren wir fast bis ans Ende, um in der Bucht von Skalavik zu picknicken. Das Tal ist mittlerweile wohl verlassen, ehemalige Bewohner haben Sommerhäuser und leben nicht dauerhaft dort. Ohne die kleine Karte der Touriinfo hätte es uns wahrscheinlich nicht an diesen schönen stillen Flecken verschlagen.








Die orangefarbene Hütte ist eine Rettungs- bzw. Schutzhütte der Isländischen Rettungsgesellschaft, weshalb die Tür abgeschlossen ist, so dass wir natürlich rein sind.

Weshalb nun aber Knoblauchzehen auf dem Fensterbrett einer Schutzhütte liegen, weiß der Geier.

Und hier noch ein Blick auf Bolungarvik, nachdem wir uns über die Schotter- und Ruckepiste wieder in Richtung Zivilisation durchgekämpft hatten.





Und vom Abendessen habe ich schon geschwärmt!










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