Der morgendliche Blick aus dem Fenster verhieß nichts Gutes, unseren Vorrat an sonnigem Wetter hatten wir wohl aufgebraucht. Egal, ich hatte ein Solo-Date mit Hector.
Dieses Mal waren nur Sonja und ich unterwegs und es sollte zum Strand gehen. Sie machte mir wenig Hoffnung, dass wir direkt am Meer würden reiten können, weil noch Flut wäre, aber schauen könnten wir ja mal. Wir schauten, sahen Meer, aber keinen Strand, also ging es "nur" durch die Wiesen. Was Hector offensichtlich richtig freute, denn der Kerl riß nach 5 Schritten immer den Kopf nach unten und mampfte fröhlich.
Ich bin ein Model und ich fress gern Grad. Egal, zweieinhalb Stunden vergingen trotz Regen wie im Flug und beim nächsten Mal auf Island sehen wir uns wieder.
Nach meinem Abschied von Hector (Du fehlst mir) machten wir uns auf den Weg Richtung Reykjavik. Unser letzter Halt auf Snaefellsness war beim Krater Eldborg, ein längst erloschener Vulkankrater, der erwandert und bestiegen werden kann. Im Müller war die Rede von 45 Minuten pro Wegstrecke, ist beim straffen Tempo machbar.
Bevor wir starteten, halfen wir auf dem Parkplatz einer Gruppe von vier Amis, den perfekten Trip in die Westfjorde zu planen. Warnung an alle, fragt uns nicht nach Empfehlungen, wir sind dann eine ganze Weile nicht zu stoppen.
Auch auf der Wanderung zum Krater gab es, natürlich Schafe. Dies ist wohl das erste Schaf, das mir auf Island begegnet ist, welches nicht beim Anblick einer Kamera reißaus genommen hat.
Der abenteuerliche Weg nach oben auf den Kraterrand.
Der Ausblick vom Kraterrand.
Der Blick in den Krater.
Blühende Heide in Vulkanlandschaft.
Weiter ging´s nach Borgarnes, wir wollten endlich ins Settlement Center. Sagen wir´s mal so, ich war etwas enttäuscht. Ambitionierte Ausstellung, Umsetzung hat Luft nach oben.
Wir landeten mitten in der Rush Hour in Reykjavik und zumindest ich war davon, nach 12 Tagen ohne viel Menschen oder Verkehr, etwas überfordert. Ich wäre am liebsten umgedreht und zurück in die Westfjorde gefahren. Aber immerhin, unser Guesthouse begeisterte mich restlos mit seiner Lage, direkt hinter der Hallgrimskirkja.
Aus den Treckingklamotten ausgestiegen und wieder in Großstadtkleidung begaben wir uns ins Getümmel. Aus dem Menge stachen wir, aufgrund fehlender Treckingklamotten, komplett raus. Multifunktionsjacken, Multifunktionshosen, Multifunktionsschuhe, Multifunktionsfunktionsmützen, ich seh nur Multifunktion.
Unten am Hafen bemerkten wir unseren fatalen Fehler, wir hatten den Müller nicht dabei und gingen deshalb nach einigem Herumlaufen auf gut Glück in einen Fish ´n´Chips Laden und fielen kolossal auf die Nase. Das Essen war wie üblich nicht günstig, geschmacklich nicht verkehrt, aber die Portionsgröße... Ich war stinkig, so richtig.
Also, ab in die nächste Bar, Slippbarinn, eine Empfehlung von Elias vom Fisherman´s in Sudureyri. Zwei Cocktails, Brot mit Dips und einem laaangen Schwätz mit dem Barkeeper Jacob, war meine Welt wieder in Ordnung. Meine Laune war so gut, dass wir für den folgenden Abend, unseren letzten in Reykjavik, einen Tisch buchten (Spoiler, hat sich gelohnt).
Sunday, September 18, 2016
Sunday, September 11, 2016
Tag 11 - alles Glück der Erde
Zeit für eine Beichte - ich liebe Hector. Er hat lange blonde Haare, ist verfressen, gut zu Fuß, ein Model für Hermés und kann tölten wie ein junger Vikingergott. Er ist das perfekte Islandpferd. Und wenn hier irgendjemand Pony sagt, gibt´s Dresche!
Wir machten unseren Ausdruck zu zweit, zusammen mit den beiden deutschen Guides vom Hof, Sonja und Jana. Der Hof bietet anscheinend immer so kleine Touren, was enorm angenehm ist. Kast Guesthouse, lohnt sich.
Es ging in einer großen Runde durch die Wiesen und entlang kleiner Seen zwischen Lysopass und Straße sowie ein klein wenig durch ein Lavafeld. Durch ein Lavapferd zu reiten, ist einzigartig. Es ist nicht einmal ansatzweise ein Pfad zu sehen, Isis finden trotzdem sicher ihren Weg.
Am Ende des Ausritts fing ich an, Janis zu belatschern, dass wir am nächsten Tag noch Mal eine Runde reiten würden, trotz des Umstandes, dass wir nach Reykjavik mussten. (Spoiler, ich hatte am nächsten Tag noch einmal zweieinhalb Stunden mit Hector).
Dem Bericht über den folgenden Streckenabschnitt stelle ich ein Zitat aus dem Müller, den besten Reiseführer über Island, voran: "Knapp 1 km östlich des Ortseingangs von Olafsvik zweigt von der Straß 574 die Jeeppiste 570 ab, die über den Bergpass Jökulhals in 700 - 800 m Höhe am Gletscher vorbei an die Südküste bei Arnastapi auf die Straße 574 führt. Von dieser vorsichtig auch mit PKW zu befahrenden Piste (ab Juni) führen zwei Hauptwanderwege nach Südwesten bzw. Westen auf den Gletscher." Der Müller ist immer zuverlässig in seinen Angaben, mit Vorsicht ging die Piste. Wir fuhren sie, weil auch das Kast auf der Südküste liegt, von Süden her und sie belohnte die Mühe mit großartigen Ausblicken und Farben.
Danach hatte sich Otti 2, mal wieder, eine Dusche verdient.
Diese bekam er in Olafsvik, von wo aus wir wieder im Uhrzeigersinn Richtung Süden führen. Im Müller hatte Janis von einem Krater namens Holarholar gelesen, in dem man sogar mit dem Auto fahren kann. Allein schon der Name war für mich Anlass genug, Otti 2 auf die wirklich harmlose kurze Schotterpiste zu lenken. Wir hatten den Ort für uns allein und waren begeistert.
Blick aus dem Krater auf den Snaefellsjökull, der eigentlich immer seine Nase in den Wolken hat.
Von dort aus fuhren wir nach Hellnar, wo wir einen Stop im Fjurohusid machten und die Fischsuppe aßen, die zu Recht einen sehr guten Ruf hat.
Frisch gestärkt hielten wir an der Raudfeldar-Schlucht, die eine Empfehlung von unseren Mitreitern in Thingeyri war. Und der Stop hat sich gelohnt und zwar nicht nur, weil wir erneut auf die französischen Radfahrer trafen. Ist zwar ein bisserl eng und man muss auf kleinen Felsen durch den Bach hoch bzw. runter, aber es lohnt sich.
Ich hatte Spaß. Für den Pullover habe ich am folgenden Tag wieder Komplimente gesammelt, er wurde als der schönste Lopapeysa befunden, den man bisher auf Island gesehen habe. Mein Strickerherz war stolz wie Bolle.
Ein kleiner Zwischenstop, weil Snaefellsjökull...
Wir setzten unseren Zickzackurs um Snaefellsness fort und nahmen die Passstraße 54 nach Norden. Gegen Ende fragte ich mich, warum wir Otti 2 geduscht hatten, mit Schotterpiste zum Schluss hatten wir nicht gerechnet. Die war total einfach und hatte noch nicht mal Schlaglöcher, aber staubig ist die Fahrt dann trotzdem. Und für ungeübte Islandfahrer auch beängstigend, wie der eine Fahrer vor mir bewies. Ich war brav und habe ihn nicht angeschoben. Irgendwann ließ er mich trotzdem entnervt vorbei.
Nächster Halt war am Kirkujefell. Diesen Berg kennt jeder, nicht dem Namen nach, aber Fotos hat man gesehen. Beim ersten Besuch habe ich wegen des Windes kaum die Autotür aufgekommen, dieses Mal war alles besser. Bis auf drei dumme Weiber, die zwischendurch meine Geduld testeten und mitten in der Fotolinie rumtanzen mussten.
Folgendes sollte man beachten:
Dann kann man den Ort genießen.
So was passiert, wenn man die Belichtungskorrektur nicht wieder umstellt. Ein Hoch auf Digitalkameras und die Möglichkeit, jedes Bild sofort überprüfen zu können. Sieht aber trotzdem irgendwie cool aus.
Irgendwie mussten wir wieder vom Norden in den Süden kommen, außerdem sagte so langsam der Magen, dass er sich riesig über Essen freuen würde. Wir entschieden uns dagegen, nach Stykkisholmur in das großartige Restaurant vom letzten Jahr zu fahren, da der Weg nach Hause zu lang werden würde. Also ging es direkt über die 56 und durch die Berserkjahraun. Dieses Gebiet soll entstanden sein, als zwei von einem Bauern als Sklaven gehaltene Berserker im Gegenzug für ihre Freiheit einen Weg durch die Lava schlugen. Den Weg schlugen sie, ihre Freiheit erhielten sie nicht, sondern wurden vom Bauern erschlagen.
Zuhause im Kast schmeckte der Fisch und ich warb eine etwas breit geratene Amerikanerin für einen Ritt auf dem Reiterhof. Der steht zwar nicht im Lonely Planet, sie ließ sich aber, ohne große Schwierigkeiten, davon überzeugen, dass das kein schlechtes Zeichen sein muss. Mit Vorfreude auf Hector schlief ich ein.
Wir machten unseren Ausdruck zu zweit, zusammen mit den beiden deutschen Guides vom Hof, Sonja und Jana. Der Hof bietet anscheinend immer so kleine Touren, was enorm angenehm ist. Kast Guesthouse, lohnt sich.
Es ging in einer großen Runde durch die Wiesen und entlang kleiner Seen zwischen Lysopass und Straße sowie ein klein wenig durch ein Lavafeld. Durch ein Lavapferd zu reiten, ist einzigartig. Es ist nicht einmal ansatzweise ein Pfad zu sehen, Isis finden trotzdem sicher ihren Weg.
Am Ende des Ausritts fing ich an, Janis zu belatschern, dass wir am nächsten Tag noch Mal eine Runde reiten würden, trotz des Umstandes, dass wir nach Reykjavik mussten. (Spoiler, ich hatte am nächsten Tag noch einmal zweieinhalb Stunden mit Hector).
Dem Bericht über den folgenden Streckenabschnitt stelle ich ein Zitat aus dem Müller, den besten Reiseführer über Island, voran: "Knapp 1 km östlich des Ortseingangs von Olafsvik zweigt von der Straß 574 die Jeeppiste 570 ab, die über den Bergpass Jökulhals in 700 - 800 m Höhe am Gletscher vorbei an die Südküste bei Arnastapi auf die Straße 574 führt. Von dieser vorsichtig auch mit PKW zu befahrenden Piste (ab Juni) führen zwei Hauptwanderwege nach Südwesten bzw. Westen auf den Gletscher." Der Müller ist immer zuverlässig in seinen Angaben, mit Vorsicht ging die Piste. Wir fuhren sie, weil auch das Kast auf der Südküste liegt, von Süden her und sie belohnte die Mühe mit großartigen Ausblicken und Farben.
Danach hatte sich Otti 2, mal wieder, eine Dusche verdient.
Diese bekam er in Olafsvik, von wo aus wir wieder im Uhrzeigersinn Richtung Süden führen. Im Müller hatte Janis von einem Krater namens Holarholar gelesen, in dem man sogar mit dem Auto fahren kann. Allein schon der Name war für mich Anlass genug, Otti 2 auf die wirklich harmlose kurze Schotterpiste zu lenken. Wir hatten den Ort für uns allein und waren begeistert.
Blick aus dem Krater auf den Snaefellsjökull, der eigentlich immer seine Nase in den Wolken hat.
Von dort aus fuhren wir nach Hellnar, wo wir einen Stop im Fjurohusid machten und die Fischsuppe aßen, die zu Recht einen sehr guten Ruf hat.
Frisch gestärkt hielten wir an der Raudfeldar-Schlucht, die eine Empfehlung von unseren Mitreitern in Thingeyri war. Und der Stop hat sich gelohnt und zwar nicht nur, weil wir erneut auf die französischen Radfahrer trafen. Ist zwar ein bisserl eng und man muss auf kleinen Felsen durch den Bach hoch bzw. runter, aber es lohnt sich.
Ich hatte Spaß. Für den Pullover habe ich am folgenden Tag wieder Komplimente gesammelt, er wurde als der schönste Lopapeysa befunden, den man bisher auf Island gesehen habe. Mein Strickerherz war stolz wie Bolle.
Ein kleiner Zwischenstop, weil Snaefellsjökull...
Wir setzten unseren Zickzackurs um Snaefellsness fort und nahmen die Passstraße 54 nach Norden. Gegen Ende fragte ich mich, warum wir Otti 2 geduscht hatten, mit Schotterpiste zum Schluss hatten wir nicht gerechnet. Die war total einfach und hatte noch nicht mal Schlaglöcher, aber staubig ist die Fahrt dann trotzdem. Und für ungeübte Islandfahrer auch beängstigend, wie der eine Fahrer vor mir bewies. Ich war brav und habe ihn nicht angeschoben. Irgendwann ließ er mich trotzdem entnervt vorbei.
Nächster Halt war am Kirkujefell. Diesen Berg kennt jeder, nicht dem Namen nach, aber Fotos hat man gesehen. Beim ersten Besuch habe ich wegen des Windes kaum die Autotür aufgekommen, dieses Mal war alles besser. Bis auf drei dumme Weiber, die zwischendurch meine Geduld testeten und mitten in der Fotolinie rumtanzen mussten.
Folgendes sollte man beachten:
Dann kann man den Ort genießen.
So was passiert, wenn man die Belichtungskorrektur nicht wieder umstellt. Ein Hoch auf Digitalkameras und die Möglichkeit, jedes Bild sofort überprüfen zu können. Sieht aber trotzdem irgendwie cool aus.
Irgendwie mussten wir wieder vom Norden in den Süden kommen, außerdem sagte so langsam der Magen, dass er sich riesig über Essen freuen würde. Wir entschieden uns dagegen, nach Stykkisholmur in das großartige Restaurant vom letzten Jahr zu fahren, da der Weg nach Hause zu lang werden würde. Also ging es direkt über die 56 und durch die Berserkjahraun. Dieses Gebiet soll entstanden sein, als zwei von einem Bauern als Sklaven gehaltene Berserker im Gegenzug für ihre Freiheit einen Weg durch die Lava schlugen. Den Weg schlugen sie, ihre Freiheit erhielten sie nicht, sondern wurden vom Bauern erschlagen.
Zuhause im Kast schmeckte der Fisch und ich warb eine etwas breit geratene Amerikanerin für einen Ritt auf dem Reiterhof. Der steht zwar nicht im Lonely Planet, sie ließ sich aber, ohne große Schwierigkeiten, davon überzeugen, dass das kein schlechtes Zeichen sein muss. Mit Vorfreude auf Hector schlief ich ein.
Tag 10 - Wehmut vom Winde verweht
Die Sonne scheint und für uns heißt es, nach 10 traumhaften Tagen die Westfjorde zu verlassen und den langsamen Weg Richtung Reykjavik anzutreten. Vor uns liegen noch zwei Tage auf der Halbinsel Snaefellsness, letztes Mal fast nur bewölkt und zum Schluss ordentlich verregnet erlebt, und zwei Tage in Reykjavik, wo das Wetter beim letzten Besuch ebenfalls nicht berrauschend war. Was blüht uns dieses Mal?
Zunächst zögern wir den Abschied etwas heraus und halten bei der Gadar an, die wie auch im letzten Jahr vor sich hinrottet.
Sie tut dies mit malerischer Aussicht.
Oben auf dem Pass Kleifaheidi zwischen Patreksfjördur und dem Bardaströnd machten wir erneut einen kurzen Stop, da wir diesen Ort noch nicht im Sonnenschein erlebt hatten. Und wir nicht aus den Westfjorden raus wollten. Außerdem fehlte mir noch ein Foto von Kleifabui, der Figur, die die Straßenarbeiter beim Bau der Passstraße gebaut haben. Warum? Weil sie wollten.
Wir nahmen dieses mal nicht die Fähre nach Snaefellsness, weil sie, außerhalb der Saison, nur um 18.00 Uhr fährt. Außerdem soll die Umfahrung des Breidafjördur, der zwischen den Westfjorden und Snaefellsness liegt, malerisch sein. Ist sie auch. Dauert aber laaang und hat ein paar überraschend steile Strecken auf Schotterpisten, weshalb ich verstehe, dass die Fähre die bessere, bzw. schnellere, Wahl ist.
Unterwegs legten wir immer wieder Stops ein, um die Landschaft im sonnigen Wetter zu genießen.
Dieser Anblick hier ist insofern ungewöhnlich, als dass nirgendwo Schafe am Straßenrand zu sehen sind. Normalerweise stehen sie da immer in durch 3 teilbarer Anzahl (Mama plus zwei Lämmer) rum. Wenn man sich ihnen allerdings mit der Kamera nähert, nehmen sie erstaunlich schnell, aber superkomisch, rennend Reißaus. Oder sie hauen ab, wenn man vom 6. Gang in den 2. geschaltet hat. Doofe Biester, tolle Wolle.
Ein Tag am Meer, sozusagen. Ich musste mich arg zurückhalten, nicht zu baden. Der Handtest zeigte, dass es nicht zu kalt war.
Im Hintergrund ist unser Tagesziel, Snaefellsness, zu sehen.
Beim Hotel Flokalundur hielten wir erneut an. War klar, dass das Wetter heute hervorragend geeignet gewesen wäre für die Wanderung zum Lomfell. Ein erneuter Versuch war zeitbedingt nicht möglich, aber die kurze Wanderung entlang des Flusses wurde es dann doch. Wenn die Büsche links und rechts des Weges nicht so voll mit Blaubeeren gewesen wären, wären wir auch schneller damit durch gewesen.
Ein schöner Blick auf den Lomfell.
Kleiner Hinweis am Rande, wenn der Blaubeerbusch stachelig ist, ist es kein Blaubeerbusch, sondern wahrscheinlich ein Wacholderstrauch. Danach hatte ich Durst auf Tonic.
Weiter ging´s, jetzt wirklich aus den Westfjorden raus. Als wir ein paar Stunden später am Hvammsfjördur entlang fuhren, war ich mitten im Sagaland. Janis hatte mir letztes Jahr zum Geburtstag eine vierbändige Ausgabe der Isländer-Sagas geschenkt und eine der bekanntesten spielt im entlang des Hvammsfjördur gelegenen Laxardal. Beim nächsten Mal wird dort gewandert, Punkt.
Auf Snaefellsness angekommen, musste ich anhalten. Deshalb.
Ein Sturm kam auf und schob die Wolken vor sich her.
Den Snaefellsjoküll hatte die Wolkenwand aber noch lange nicht erreicht.
Am Kast Guesthouse, unserem Zuhause für die kommenden zwei Tage, angekommen, wäre ich zu gern noch reiten gegangen, aber Uhrzeit und mittlerweile Sturm ließen dies nicht zu.
So buchten wir den Ausritt beim zum Guesthouse gehörenden Hof für den kommenden Morgen um 10.00 Uhr, genossen ein gutes Abendessen und sahen, soweit es der sturmeingeschränkte Empfang zuließ, das WM-Qualispiel Ukraine gegen Island. Ab ins Bett und schlafen...
Und dann, um uns damit zu versöhnen, dass wir die Westfjorde hinter uns lassen mussten, kam von draußen aus der stürmischen Dunkelheit der Satz "They´re out, you can see them". Wer oder was ist "they"? Nordlichter, mal wieder. Erst wieder nur milchig, dann immer stärker werdend. Irgendwann tanzten sie vor den im Sturm aufziehenden Wolken her. Im Sturm war es schwer, die Kamera während der notwendigen langen Belichtungszeit ohne Stativ ruhig zu halten, aber zur Not tut´s auch ein Stuhl als Stativ.
Wir hatten, mal wieder, unglaubliches Wetterglück gehabt.
Zunächst zögern wir den Abschied etwas heraus und halten bei der Gadar an, die wie auch im letzten Jahr vor sich hinrottet.
Sie tut dies mit malerischer Aussicht.
Oben auf dem Pass Kleifaheidi zwischen Patreksfjördur und dem Bardaströnd machten wir erneut einen kurzen Stop, da wir diesen Ort noch nicht im Sonnenschein erlebt hatten. Und wir nicht aus den Westfjorden raus wollten. Außerdem fehlte mir noch ein Foto von Kleifabui, der Figur, die die Straßenarbeiter beim Bau der Passstraße gebaut haben. Warum? Weil sie wollten.
Wir nahmen dieses mal nicht die Fähre nach Snaefellsness, weil sie, außerhalb der Saison, nur um 18.00 Uhr fährt. Außerdem soll die Umfahrung des Breidafjördur, der zwischen den Westfjorden und Snaefellsness liegt, malerisch sein. Ist sie auch. Dauert aber laaang und hat ein paar überraschend steile Strecken auf Schotterpisten, weshalb ich verstehe, dass die Fähre die bessere, bzw. schnellere, Wahl ist.
Unterwegs legten wir immer wieder Stops ein, um die Landschaft im sonnigen Wetter zu genießen.
Dieser Anblick hier ist insofern ungewöhnlich, als dass nirgendwo Schafe am Straßenrand zu sehen sind. Normalerweise stehen sie da immer in durch 3 teilbarer Anzahl (Mama plus zwei Lämmer) rum. Wenn man sich ihnen allerdings mit der Kamera nähert, nehmen sie erstaunlich schnell, aber superkomisch, rennend Reißaus. Oder sie hauen ab, wenn man vom 6. Gang in den 2. geschaltet hat. Doofe Biester, tolle Wolle.
Ein Tag am Meer, sozusagen. Ich musste mich arg zurückhalten, nicht zu baden. Der Handtest zeigte, dass es nicht zu kalt war.
Im Hintergrund ist unser Tagesziel, Snaefellsness, zu sehen.
Beim Hotel Flokalundur hielten wir erneut an. War klar, dass das Wetter heute hervorragend geeignet gewesen wäre für die Wanderung zum Lomfell. Ein erneuter Versuch war zeitbedingt nicht möglich, aber die kurze Wanderung entlang des Flusses wurde es dann doch. Wenn die Büsche links und rechts des Weges nicht so voll mit Blaubeeren gewesen wären, wären wir auch schneller damit durch gewesen.
Ein schöner Blick auf den Lomfell.
Kleiner Hinweis am Rande, wenn der Blaubeerbusch stachelig ist, ist es kein Blaubeerbusch, sondern wahrscheinlich ein Wacholderstrauch. Danach hatte ich Durst auf Tonic.
Weiter ging´s, jetzt wirklich aus den Westfjorden raus. Als wir ein paar Stunden später am Hvammsfjördur entlang fuhren, war ich mitten im Sagaland. Janis hatte mir letztes Jahr zum Geburtstag eine vierbändige Ausgabe der Isländer-Sagas geschenkt und eine der bekanntesten spielt im entlang des Hvammsfjördur gelegenen Laxardal. Beim nächsten Mal wird dort gewandert, Punkt.
Auf Snaefellsness angekommen, musste ich anhalten. Deshalb.
Ein Sturm kam auf und schob die Wolken vor sich her.
Den Snaefellsjoküll hatte die Wolkenwand aber noch lange nicht erreicht.
Am Kast Guesthouse, unserem Zuhause für die kommenden zwei Tage, angekommen, wäre ich zu gern noch reiten gegangen, aber Uhrzeit und mittlerweile Sturm ließen dies nicht zu.
So buchten wir den Ausritt beim zum Guesthouse gehörenden Hof für den kommenden Morgen um 10.00 Uhr, genossen ein gutes Abendessen und sahen, soweit es der sturmeingeschränkte Empfang zuließ, das WM-Qualispiel Ukraine gegen Island. Ab ins Bett und schlafen...
Und dann, um uns damit zu versöhnen, dass wir die Westfjorde hinter uns lassen mussten, kam von draußen aus der stürmischen Dunkelheit der Satz "They´re out, you can see them". Wer oder was ist "they"? Nordlichter, mal wieder. Erst wieder nur milchig, dann immer stärker werdend. Irgendwann tanzten sie vor den im Sturm aufziehenden Wolken her. Im Sturm war es schwer, die Kamera während der notwendigen langen Belichtungszeit ohne Stativ ruhig zu halten, aber zur Not tut´s auch ein Stuhl als Stativ.
Wir hatten, mal wieder, unglaubliches Wetterglück gehabt.
Wednesday, September 7, 2016
Tag 9 – siehst Du die nächste Markierung?
Jedenfalls, Tag 9 brach an und wir hatten nicht mehr ganz so tolles Wetter, will heißen, es war bedeckt, aber ohne Regen. So richtige Pläne hatten wir, wie auch im Rest des Urlaubs nicht. Beim Blättern durch den Reiseführer fanden wir, dass die Ortschaft Hrafnseyri mitsamt dem Jon-Sigurdsson-Museum einen Besuch wert ist. Mehr zu diesem dann später.
Zunächst fuhren wir in den Süden der Westfjorde nach
Flokalundur. Waren wir noch nicht, also mussten wir hin. Kleiner Einschub – um
mich an die Schreibweise des Namens zu erinnern, musste ich unsere Karte für
die Westfjorde auskramen und es überkam mich, an Tag 11, leichte Wehmut, denn
mir fehlen die Westfjorde jetzt schon. An der Rezeption des dortigen Hotels
fragte ich nach einer Möglichkeit, den Surtrabrandsgil aufzusuchen, eine
Schlucht mit eingelagerten Schichten aus Braunkohle, klang im Reiseführer sehr
spannend und kann nur mit einem Ranger besichtigt werden. Tja, mein Pech, genau
an diesem Morgen hatte der Ranger für den Rest des Jahres den Ort verlassen.
Zum Trost bekam ich eine Umgebungskarte mit fünf, sechs Wanderwegen und die Empfehlung, den einen Wanderweg entlang der Schlucht oberhalb eines kleinen Flusses zu gehen. Janis und ich entschieden uns statt dieser einfachen Wanderung für die etwas größere rauf zum Lomfell. Wir hatten die Hoffnung, von diesem Berg aus einen schönen Blick besonders nach Süden Richtung Breidafjördur zu haben.
Auto geparkt, Wanderschuhe an, Kamera in den Rucksack und
los geht´s, immer den Stöckchen nach, über Geröll mehr oder weniger konstant
bergauf.
Der obere Teil des Pfostens ist ernst zu nehmen
Ein kleiner Einschub zum Thema Wandern, besonders auf Island. Man sollte immer die Markierungen im Blick haben. Wenn das Wetter und die Sicht zu schlecht werden, ist dies elementar wichtig. Siehe die folgenden Beispielfotos.
Zum Teil blieb einer von uns an der letzten Markierung
stehen, während der andere die nächste suchte. So konnten wir sicher sein, dass
wir wenigstens den Weg zurück finden würden.
Trotz schlechter Sicht waren die Anblicke trotzdem beeindruckend. So weit oben gibt es nicht mehr viel Vegetation, aber Flechten und Moose sind hart im Nehmen.
Kurz vorm Gipfel war ich an dem Punkt, wo Sicht und Anstieg
zu viel wurden, schließlich musste der Weg ja auch noch zurückgestiegen werden.
Und runter ist immer, immer schwieriger als rauf. Wir verabredeten, dass Janis
zwanzig Minuten später wieder bei mir sein würde. Er hat es tatsächlich nach
oben geschafft und sich im Gipfelbuch eingetragen. Ich mache das beim nächsten
Mal.
Und hier kommt er zurück, der Mann aus dem Nebel.
In Hrafnseyri angekommen, besuchten wir eine kleine
informative Ausstellung zu Jon Sigurdsson. Jon ist, wenn man so will, der große
Freiheitskämpfer zur die isländische Unabhängigkeit von Dänemark. Er wurde in
diesem Flecken der Westjorde geboren und wuchs hier auf. Der freundliche Herr,
der die Aufsicht über das Museum und die Kasse hatte, erzählte uns viel
Interessantes über die Gegend, Jon und auch frühere Bewohner der Gegend,
beispielsweise Hrafn, dem sie ihren Namen verdankt.
Man hat vom Museum aus eine malerische Aussicht auf den
Fjord. Und Dynjandi ist auch zu sehen.
Auf dem Rückweg ließen wir ihn dann nicht links liegen,
sondern machten einen kurzen Fotostop auf dem Parkplatz.
Immobilie an Liebhaber mit handwerklichem Geschickt
abzugeben.
Liebhaberstück mit Historie sucht erfahrene Hände.
Was sonst noch? Wäsche war ja erledigt... Ach ja, ein bisserl Nordlichter hatte es in der Nacht, aber mehr als ein Schleier war es nicht, also mussten wir die Nacht nicht durchmachen.
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