Monday, April 13, 2009

Ich bin dann mal... wieder da.

Mit dem mir eigenen Zeitgefühl vermelde ich gut eine Woche nach meiner Rückkehr eben selbige. Nach zwei ereignisreichen, anstrengenden und vor allem viel zu kurzen Wochen im Outback begab ich mich am 02.04. mit dem 29,2 kg schweren Riesenkoffer (vielen Dank Ellen, er hat es überlebt, aber Du hast Ausleihverbot an mich) und überdimensionalem Handgepäck (ich war bei der Auslegung der Handgepäckregelung insbesondere in Bezug auf das Gewicht eher großzügig) zum Flughafen von Sydney und stellte fest, dass die Sicherheitskontrolle vom Dubliner Flughafen harmlos ist im Vergleich zu dem Chaos am Flughafen in Sydney - eine Schlange für alle internationalen Flüge ist ein wenig sparsam. Zwei Langstrecken- und einen Kurzstreckenflug später landete ich am 03.04. im wunderbarerweise warmen und im Gegensatz zu Sydney trockenen Berlin und wurde von Janis und meiner Mama in Empfang genommen. Janis war mein Held, weil er nicht nur den Koffer in meine Wohnung im sechsten Stock ohne Fahrstuhl schleppte, sondern auch ordentliches Brot zum Flughafen brachte.

Ich bin ja bekanntermaßen in Unkenntnis der australischen Tierwelt nach Australien und besonders ins Outback gefahren, ich war daher schon überrascht, als einer der Tourguides dieses Lied im Bus spielte:



Zu den zwei Wochen Rundreise gibt es soviel zu erzählen und so viele Fotos zu zeigen (mittlerweile singe auch ich das Loblied auf die digitale Fotografie), dass ich mich kurz fassen werde. Mein ursprünglicher Reiseplan war, einfach nur in den Mittelpunkt des Landes nach Alice Springs zu fliegen, um Uluru zu sehen, was man als Tourist halt sehen muss. Der Plan entwickelte sich dann zu einer Rundreise wenigstens um die Osthälfte herum, mit Ausgangspunkt in Darwin und Ende in Melbourne, wodurch ich noch das Outback und die Great Ocean Road mit abgreifen konnte.

Die Bustour von Darwin nach Alice war eine wunderschöne Hölle. Hölle deshalb, weil die Bedingungen hart waren, wenn auch luxuriös im Vergleich zu den Konditionen, unter denen die ersten weißen Entdecker die Strecke oft erlaufen haben. Bei glühendem Planten von oben in einem Bus zu sitzen, ist anstrengend, irgendwann kommt die stärkste Klimaanlage nicht mehr gegen die Sonne an. Dazu kamen dann noch Wanderungen mit verschiedenen Härtegraden bei Temperaturen, die um die 40 Grad pegelten. Erste Übung des Tages war Duschen, gefolgt vom Eincremen mit Sonnencreme Lichtschutzfaktor 30. Tagesabschluss war dann erneut Duschen. Die Wärme führte dazu, dass ich bei meiner Ankunft in Adelaide bei 25 Grad erbärmlich gefroren habe.

Wunderschön, weil die Belohnung sofort erlebbar war – unglaubliche Landschaften. Keine Ahnung, warum ich dachte, dass ich nur Wüste sehen würde, war jedenfalls nicht der Fall. Auf dem Weg von Darwin nach Alice durchfuhr ich tropische Landschaften und Halbwüste. Die Wüste war erst südlich von Alice Springs zu sehen.

Ein paar fotografische Erinnerungen:

Mein neuer Freund:


Der erste Zeltplatz (die Unschärfe ist KEINE Panikreaktion):


Eine der Schluchten (Gorge) im Katherine National Park:


Die Belohnung für die Wanderung zur obigen Schlucht, Schwimmen im Rockpool, allerdings musste ich vorher noch eine Bergziege imitieren, um den Abstieg zu überstehen (für den Rückweg natürlich auch):


Das Daly Waters Pub befindet sich im sprichwörtlichen Nirgendwo:


Janis ganzer Stolz, im Daly Waters Pub:


Die unendlichen Weiten des Outbacks und des Stuart Highway:


Frühsport im Outback, am letzten Tag auf der Fahrt nach Alice Springs sprang der Bus nicht mehr an und wir durften ihn an jedem Halt anschieben:


Devil´s Marbles:


King´s Canyon und die merkwürdigsten Wolken der Welt:


Sonnenaufgang am Uluru:


Einer der Sonnenaufgangsanbeter:


Uluru:



Die Fahrt von Alice Springs nach Adelaide legte ich innerhalb von 24 Stunden mit dem Ghan zurück, einem knapp 500m langen Zug, der auf mehr oder weniger gerader Strecke Adelaide über Alice Springs mit Darwin verbindet.

Der Finke River vom Ghan aus fotografiert, der älteste Fluß der Welt (zumindest in Bezug auf das Flussbett, welches seit Urzeiten unverändert ist):



In Adelaide angekommen, begab ich mich nach einer Nacht auf die nächste Bustour, welche mich über die Grampians entlang der Great Ocean Road nach Melbourne führte.

Die Grampians am Morgen:


Die Grampians bescherten mir endlich mein erstes Aufeinandertreffen mit lebenden Känguruhs, nachdem ich sie bis dahin nur tot, entweder auf dem Grill oder entlang der Straße gesehen hatte:


Auf dem Weg nach Melbourne konnte ich auch endlich Koalas sehen. Sind recht faule Biester, hängen den lieben langen Tag nur in den Bäumen rum und pennen:



Die Great Ocean Road wird als einer der touristischen Höhepunkte Australiens geführt, war für mich allerdings weniger beeindruckend. Zu diesem Zeitpunkt war ich immer noch, wie auch jetzt, vom Outback beeindruckt, außerdem sind die Cliffs of Moher in Irland aus meiner Sicht beeindruckender. War trotzdem nett, mit einem Glas australischen Rotwein in der Hand den Sonnenuntergang zu genießen:


Australier haben durchaus Ahnung von Wein.

Bevor ich mich verabschiede, hier endlich das versprochene Bild vom großen schwarzen Hund Ali, zusammen mit Kim:


Und meiner musikalischen Entdeckung,
Geoffrey Gurrumul Yunupingu, dessen Stimme und Musik unbeschreiblich schön sind:


Tuesday, March 17, 2009

Aller guten Dinge sind drei, erste Abschiede und los geht´s

Aller guten Dinge sind drei

Am Freitag kam ich ein drittes Mal in den Genuss eines Konzertes im Sydney Opera Houses. Dieses Mal war es ein Auftritt des Leipziger Thomanerchores auf seiner ersten Australientour im Rahmen einer Konzertreihe des Opernhauses, welche sich „Tea and Symphony“ nennt. Diese Konzertreihe findet in unregelmäßigen Abständen Freitag Vormittag statt, beginnt um 10 Uhr mit Teetrinken und fantastischer Aussicht auf die Harbour Bridge und setzt sich fort um 11 Uhr mit einem Konzert, welches meist eine bis anderthalb Stunden dauert.

Ich hatte wieder das Glück, zwei Karten von Philipps Ehefrau zu bekommen, dieses Mal war meine Kollegin Silke, aus Hamburg stammend und seit 5 Jahren ohne Heimweh in Sydney lebend, meine Begleitung. Sie kam direkt aus dem Büro, ich hatte sozusagen den Vormittag freibekommen. Besonderes Highlight, während ich auf den Stufen des Opernhauses wartete, war der Anblick der HMAS Sydney und anderer Boote der australischen Marine. Die Salutschüsse bei meiner Ankunft fand ich recht passend ;)


Erste Abschiede

Im Anschluss an das Konzert fand mein Abschiedslunch mit den Anwälten und Assistentinnen meiner Abteilung bei Sprusons statt. Die Kanzlei wird mir fehlen, fachlich und menschlich war es eine Erfahrung, die allein schon die Reise wert war.

Zu Hause in Tamarama fand dann gleich das nächste Abschiedsessen statt, auf meinen Wunsch hin ein Barbie, weil ich noch einmal Känguru essen wollte. Ulli und Lindsey kamen vorbei, dazu noch Eric und Ian und, wie hier so üblich, ein paar Freunde von Dave aus seinem Rettungsschwimmerclub schauten auch noch vorbei. War herrlich gemütlich und dauerte auch entsprechend lange.

Vermutlich werden sich jetzt einige fragen, wieso ich jetzt schon Abschied nehme von Kanzlei und Mitbewohnern, schließlich bleibe ich ja bis Ende März in Australien. Des Rätsels Lösung ist, dass ich beim Kammergericht zwei Wochen Urlaub eingereicht (und genehmigt) bekommen habe, um die Gelegenheit zu nutzen, Australien zu bereisen. Deshalb zog ich auch am Sonntag mit meinem großen Koffer bei Lindsey ein, um die Miete für die restlichen zwei Wochen zu sparen.

Natürlich werde ich ihr nicht die ganzen zwei Wochen auf die Nerven gehen, sondern jeweils nur zwei Nächte vor und nach meiner Reise, welche unter dem Namen Walkabout läuft. Als Walkabout wird traditionell die Wanderung junger männlicher Aborigines bezeichnet, welche den Übergang ins Erwachsenenalter markiert. Nun bin ich weder männlich noch Aborigine, dafür hoffentlich bereits halbwegs erwachsen, aber ich lerne die Wildnis auf dieser Reise kennen.

In ein paar Stunden geht es los, ich werde von Sydney nach Darwin im Norden Australiens fliegen. Morgen früh beginnt eine Tour, die mich in sieben Tagen nach Alice Springs führen wird, mit Stationen unter anderem im Kakadu National Park, Kata Juta und Uluru (der traditionelle Name des Ayers Rock). Ich freue mich besonders darauf, in einem Swag (eine Art Schlafsack) unterm Sternenhimmel zu schlafen. Da es im Outback kein störendes Großstadtlicht gibt, werden die Sterne umso heller strahlen.

Nach zwei Tagen in Alice Springs werde ich mit dem Zug, The Ghan, innerhalb von 24 Stunden nach Adelaide an der Südküste Australiens fahren. Bin gespannt, wie abwechslungsreich das Outback auf dieser Fahrt sein wird.

Nach einer Nacht in Adelaide geht es dann entlang der Great Ocean Road mit der nächsten Tour in drei Tagen nach Melbourne und schließlich mit dem Flieger wieder zurück nach Sydney. Und dann ist es ja auch bald wieder Zeit für mich, meinen großen Koffer mitsamt meiner Wenigkeit in Richtung Deutschland zu bewegen.

Unterwegs sollte ich gelegentlich die Möglichkeit haben, das Blog zu aktualisieren, selbst im Outback gibt es mittlerweile Internet.

Und los geht´s...

Wednesday, March 11, 2009

Ach ja...

Direkt vom Büro aus gingen Lindsey und ich segeln, es war mein erstes Mal auf einem Segelboot und ich hatte eine fantastische Zeit. Es lief so ab, dass wir im Segelclub ankamen und unsere Namen auf einer Liste eintrugen, um auf Boote zu kommen, die an der heutigen Clubregatta teilnahmen. Ist relativ problemlos und sehr entspannt, ist schließlich Australien.

Ich teilte dem Skipper meines Bootes mit, dass ich noch nie segeln war. Daraufhin bestand meine Aufgabe an Bord darin, gut auszusehen. Ich habe mir Mühe gegeben, diese Aufgabe zu erfüllen:

Dann kam ich nach Hause und schlug mit Hilfe von Lindsey die Ergebnisse meines schriftlichen Examens nach. Das war das Resultat, nachdem ich es gesehen hatte:

Friday, March 6, 2009

Mein hartes Leben in Sydney

Ich habe es wirklich schwer hier. Gestern musste ich mich entscheiden, wie ich lieber meinen Samstag verbringen würde. Zur Auswahl stand zum einen ein erneuter Ausflug in die Blue Mountains zusammen mit Ian und Eric, dieses Mal mit Daves Freundin Susan als erfahrene Reiseleiterin, da sie dort aufgewachsen ist. Die andere Option war auch eine Wiederholung, nämlich ein Besuch im Sydney Opera House, bei dem das Sydney Symphony Orchestra unter der Leitung von Aschkenasi Dvoraks Geigenkonzert und die 10. Sinfonie von Schostakowitsch spielen wird. Ich habe mich für die Kultur entschieden.

Mittlerweile habe ich auch erfahren, dass der Ausflug in die Blue Mountains verschoben worden ist, weil Ian und Eric die guten Surfbedingungen in Bondi am Wochenende nutzen wollen, so dass ich vielleicht nächstes Wochenende doch noch einmal in den Genuss der Blue Mountains kommen könnte.

Und dann war mein heutiger Abend auch extrem anstrengend. Seht, wie ich leide...

Lindsey ist Mitglied in einem Segelclub und wir beschlossen auf dem Heimweg spontan, dass man den Abschluss einer mehr oder minder anstrengenden Arbeitswoche eben dort mit Rum Cola begießen müsse. Es war einer unser besseren Einfälle, den wir entsprechend gefeiert haben. Wie man am Schal sehen kann, war mir leicht kalt, 25 Grad sind nur knapp ausreichend.

Sunday, March 1, 2009

Die Freuden eines Sonntags

Keine Ahnung, ob sich hier irgendwer für Rugby und das aktuell stattfindenden Six Nations Turnier interessiert, aber ich freue mich gerade riesig, dass Irland England 14 zu 13 geschlagen hat.

Und ich freue mich noch mehr darüber, gerade die neue U2 CD zu hören. Danke an meine Eltern :)

Saturday, February 28, 2009

Sport! Mit Sahnehäubchen

Meine Freundin Martina empfahl mir einen Besuch im North Sydney Olympic Pool am Nordende der Harbour Bridge. Da ich sowieso über die Harbour Bridge laufen wollte, war mein Plan, diesen Spaziergang mit ein wenig Sport zu verbinden. Mein Mitbewohner Dave hat gerade Besuch von zwei Freunden, Ian und Eric, die sich mir spontan anschlossen, als ich ihnen von meinem Vorhaben für den heutigen Tag berichtete, welches im Anschluss an den sportlichen Teil auch wieder einen Besuch im Tara Tea Room beinhaltete.

Nach einem entspannten Spaziergang landeten wir also beim bzw im North Sydney Olympic Pool und genossen ein paar Bahnen in dieser Kulisse:

Wenn ich so etwas zu Hause in Berlin hätte, wäre meine Motivation, Sport nicht nur als Mord zu betrachten, deutlich größer. Martina, vielen Dank von Ian, Eric und mir für die Empfehlung, wir waren und sind begeistert.

Thursday, February 26, 2009

Kulturgenuss mit Sahnehäubchen

Ich kann mit großer Freude erneut von einem Kulturgenuss berichten. Dieser war ein wenig erwarteter als der letzte. Die Ehefrau meines Kollegen Philipp spielt Cello im Sydney Symphony Orchestra, welches im Sydney Opera House beheimatet ist und seit dieser Saison Wladimir Aschkenasi als musikalischen Leiter hat. Heute wurde die Galaeröffnung der Saison mit einer Aufführung von Mendelsohn Bartholdys Mittsommernachtstraum einschließlich teilweiser Darbietung des gleichnamigen Stückes von Shakespeare gefeiert. Gestern bot mir Philipp eines seiner beiden Freitickets an, so dass ich mich einen Tag auf den heutigen Hochgenuss freuen durfte - Musik, Theater und Architektur, was will ich mehr. Dazu Austern und Champagner vorneweg mit Blick auf die Sydney Harbour Bridge und den Anblick der Queen Mary 2 in der Mittagspause.


Für die Hamburger Leser ein Bild der großen Dame.

Die Aufführung war fantastisch, das Orchester und der Maestro verstehen sich prächtig. Shakespeares Komödie mit Mendelssohns Musik war eine hervorragende Kombination und zum Teil buchstäblich zum Brüllen komisch. Und ich war endlich im Opera House!

Wunderbarerweise meinte Philipps Frau, als wir sie in der Pause trafen, dass sie versuchen wird, mir auch noch für weitere Konzerte Karten zu besorgen. Nächste Woche steht Schostakowitsch auf dem Programm...

Monday, February 23, 2009

War mal wieder viel los

Hallo, ich bin´s mal wieder. Das wird heute ein längerer Eintrag, da ich ja eine Woche abzuarbeiten habe. Dafür sind aber auch viele Fotos dabei ;)

Montag kamen hier in Sydney Johanna und Hafti (eigentlich Sebastian, aber ich kenne ihn fast nur als Hafti) an. Seit ungefähr einem Jahr bereisen die beiden die Welt, dabei haben die beiden hier in Australien die Möglichkeit des Work and Travel Visums (reisen und arbeiten) genutzt. Reiseberichte finden sich im sehr lesenswerten Blog „Meet the wombat“, Link hier irgendwo rechts auf der Blogseite.

Nachdem wir uns während der Woche schon ein paar Mal gesehen hatten, lud ich die beiden am Freitag Abend zu einem Barbie (australisch für Barbecue) bei mir in Tamarama ein. Dabei kam es zum herzzerreißenden Wiedersehen zwischen Johannas Sir George und meinem Hasi Popasi. Das neue Familienmitglied von Johanna und Hafti, Günter (der Streifeneulifant), fühlte sich auch sofort wohl.


Am Samstag irgendwann nach dem Aufstehen machten Johanna und ich zunächst den Paddington Market in der Oxford Street unsicher, danach trieben wir uns auf dem Markt in The Rocks herum, wo irgendwann auch Hafti zu uns stießen. In The Rocks gibt es ein Cafe, den Tara Tea Room, welches nur am Wochenende geöffnet hat und frischgebackene Scones hat!!! Ich genoss zwei Plain Scones mit Double Cream and Preserves (= Erdbeermarmelade) und Bewley´s Tea komplett mit Tea Cosy, damit die Teekanne auch ja keinen Schnupfen bekommt. Ein Paradies.


Sonntag ging es dann für mich richtig früh los, um mit Johanna und Hafti mit einem Mietwagen in die Blue Mountains zu fahren. Es dürfte etliche Leser dieses Blogs geben, die wissen, dass eine Aufstehzeit vor 7 Uhr indiskutabel für mich ist, mich um 6.30 Uhr aus dem Bett zu rollen war also alles andere als einfach. Da die Blue Mountains knapp eine Stunde per Auto von Sydney entfernt sind, eignen sie sich für Sidneysider hervorragend als Ziel eines Tagesauflugs, so dass wir einen Ansturm befürchten mussten und entsprechend früh dort sein wollten.

Durch die Blue Mountains führt eine für australische Verhältnisse recht ordentliche Straße, gelegentlich sogar zweispurig pro Richtung, auf der man nacheinander die Höhepunkte abfahren kann. Als ersten Punkt hatte Cheforganisatorin Johanna die Wentworth Falls ausgesucht. Auf dem Parkplatz war nichts von anderen Besuchern zu sehen, war ja auch erst um 9 Uhr. Was allerdings auch nicht zu sehen war, war Landschaft, also etwas anderes als Nebel. Ich hätte heulen können. Meine Vermutung (Hoffnung?) war, dass es ein warmer Sommertag werden würde, weshalb ich zwar meine Jeans anzog, aber in meinen Rucksack Shorts und Flip Flops packte, um vor Hitze nicht umzukommen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.


Johanna präsentiert den Nebel...


Dafür bin ich um 6.30 Uhr aufgestanden? Mit ganz viel Phantasie weiß ich, dass das beeindruckend ist, wie der Grand Canyon, nur grüner. Bei klarer Sicht!


Immerhin, man konnte einen Teil des Wasserfalls, der Wentworth Falls, erkennen.


Dank dieses Anschlages konnte ich mir wenigstens vorstellen, dass der Wasserfall groß und gefährlich ist. Australien ist echt toll, irgendwas Tödliches gibt es immer, man muss sich gar nicht anstrengen.


Die Three Sisters, die bekannteste Felsformation in den Blue Mountains. Googelt einfach, um zu sehen, wie sie ohne Nebel ausschauen.


Hat auch nicht wirklich geholfen.

Nach diesen, nun ja, berauschenden Anblicken fuhren wir nach Blackheath, wo wir mehr Nebel sahen. Wir fühlten uns wie in einem Edgar Wallace Film. Ich war so verzweifelt, dass ich mir Schokolade kaufen musste.

So langsam wurde es Mittag und wir entschieden, dass wir genug vom Nebel hatten und begaben uns so langsam auf den Rückweg. Dieser führte uns in umgekehrter Reihenfolge an den bereits besuchten Orten vorbei. Bei den Three Sisters war von den Weibern nicht mehr als vorher zu sehen. Dafür trafen wir auf Ulli und ihre Eltern, die gerade auf zwei Wochen zu Besuch bei ihrer Tochter sind und sich wie wir den meteorologisch herausfordernden Sonntag zu ihrem Besuch in dieser herausragenden Landschaft ausgesucht hatten.

Dann geschah das Wunder. Wir sahen Sonne und blauen Himmel. Und es wurde sogar noch besser, als wir erneut bei den Wentworth Falls anhielten.


Johanna präsentiert Aussicht!


Dafür bin ich aufgestanden!


Und dafür.


Das Lächeln kommt von der Landschaft, nicht von der Schoki.

Zurück in Sydney landeten wir zunächst bei Harry´s Cafe de Wheels, eine Institution seit 1938, Pies, Pasties and Sausages, die Highlights der englischen Küche. Der Tiger, ein Meat Pie mit Mash (Kartoffelpü), Peas (Erbsen) und Gravy (Sauce) , ist Klasse, besonders wenn man im Bottleshop über die Straße eine Flasche kühlschrankkaltes Cider holt (so geschehen bereits am Samstag, als wir auch schon bei Harry´s gelandet waren).

Abschließend fuhren wir mit der Fähre vom Circular Quay nach Darling Harbour und zurück, um die Harbour Bridge und das Opernhaus in Abendstimmung genießen zu gönnen. Ach ja, ein großes Schiff gab es auch, hier ist gerade Hochsaison bei Kreuzfahrten, am Donnerstag schaut die Queen Mary 2 vorbei



Harbour Bridge und großer Pott (Grüße nach Hamburg!)


Opera House (irgendwann werde ich mir auch noch ein Konzert darin gönnen).

Sunday, February 15, 2009

Meine Welt steht auf dem Kopf

Ich kann damit leben, dass Hertha Bayern schlägt. Irgendwie schaffe ich es auch noch, einen Tabellenstand zu überleben, der Hertha vor meinen Bayern zeigt. Aber Hertha an der Tabellenspitze durch einen Sieg über meine Bayern... Um es mit Max Liebermann zu sagen, ick kann jar nich so ville fressen, wie ick kotzen möchte. Danke an Mama und Janis, dass Ihr Euch in Euren Mails halbwegs zurückgehalten habt. Und nein, ich will keine Überschriften sehen.

Friday, February 13, 2009

Haihappen

Die junge Dame im Bild neben mir


ist meine Kollegin Lindsey (das Bild stammt übrigens vom Mittwoch, als wir im Belgian Beer Café waren und das belgische Nationalgedeck Muscheln, Pommes mit Mayo und Bier zu uns nahmen). Sonntag waren wir zusammen im Freiluftkino, um uns die großartige Dokumentation “Man on wire” anzusehen. Diese handelt von dem französischen Hochseilartisten Philippe Petit, der gern zwischen berühmten Bauten auf Hochseilen läuft. Seine erste spektakuläre Aktion war in den Siebzigern ein Spaziergang zwischen den Kirchtürmen von Notre Dame de Paris, dann vergnügte er sich auch zwischen den Pylonen auf der Nordseite der Sydney Harbour Bridge. Sein ganz großer Traum war es jedoch, zwischen den Türmen des World Trade Centers zu läufen, seit er von deren Bau gehört hatte. Die Dokumentation zeigt, wie er dies geschafft hat.

Während wir darauf warteten, dass der Film begann, berichteten wir uns gegenseitig von unseren jeweiligen Wochenenden. Lindsey hatte ihres unter anderem damit verbracht, am Samstag während eines Segelausflugs im Hafen von Sydney zu schwimmen und am Sonntag vorm Kino in Bondi. Ich weiß ja nicht, wieviel von den hiesigen Nachrichten außer den Bränden bei Euch oben ankommen, aber hier schlägt es ziemliche Wellen, dass es am Montag früh im Hafen von Sydney eine Haiattacke auf einen Militärtaucher gab und gestern Abend einen Haiangriff auf einen Surfer in Bondi. Beides waren jeweils die ersten Angriffe seit Ewigkeiten, der letzte im Hafen war 1963, der letzte in Bondi 1929, beide Opfer leben noch so mehr oder weniger. Jedenfalls nenne ich Lindsey jetzt Haihappen (Sharkbait).

Und keine Sorge, so schnell gehe ich nicht ins Wasser und werde selbst zum Haihappen - das aktuelle Wetter ist mir schon nass genug. Das ist der heutige Blick aus meinem Büro, eine einzige Regenwand.


Aber immerhin friere ich mir nicht mein Gesäß ab.

Thursday, February 12, 2009

Unverhoffter Kulturgenuss

Bei meiner Rückkehr aus der Mittagspause (leider zu spät für Robin und den Tea Trolley) wurde ich von meiner Kollegin Sylvie mit den Worten begrüßt "Do you like Baroque?". Äh ja, kann ich mich für begeistern. Ob ich denn heute Abend schon etwas vorhätte... Ich ging mental die Optionen für heute Abend durch (Kuscheln mit Ali, Lesen, Wein trinken, früh ins Bett gehen) und entschied mich, nein zu sagen. War eine gute Entscheidung, denn so hatte ich auf einmal eine Karte für ein Konzert mit Barockmusik im Sydney Conservatorium of Music, auch nicht schlecht.

Blöd nur, dass auf dem Nachhauseweg der Nachthimmel über Sydney seine Schleusen gaaanz weit geöffnet hat, ich bin praktisch nach Hause geschwommen In Anbetracht der Tatsache, dass ich Bürokleidung, also einen Hosenanzug, und leider keine Flip Flops trug, war das nur bedingt lustig. Aber bei 20 Grad und hochgekrempelten Hosen war es dann doch irgendwie erträglich. Bin ja schließlich nicht aus Zucker.

Monday, February 9, 2009

Australisches Gerichtsleben

Bevor ich mich dem Thema des heutigen Eintrags widmen kann, ein paar Worte zu den Buschbränden, die gerade eine tragische Spur der Verwüstung hinterlassen. Mittlerweile werden die Brände, die besonders schlimm im Bundesstaat Victoria wüten, der südlich von New South Wales liegt, wo ich mich befinde, als die schlimmsten in der australischen Geschichte bezeichnet. Samstag Abend hieß es noch, dass es 15 Tote gebe, mittlerweile ist die Zahl auf 131 angestiegen und es werden noch weitere Opfer befürchtet. Was mich so richtig auf die Palme bringt, ist die Annahme, dass bei etlichen Feuern von Brandstiftung ausgegangen werden muss.

Nun zu einem meiner gewohnten rasanten Themenwechsel. In einer Patentangelegenheit, die von meinem Ausbilder John betreut wird, fand heute eine Berufungsverhandlung vor dem Bundesgericht von Australien (Federal Court of Australia) statt. Australien ist hinsichtlich des Rechtssystems dem englischen Erbe verpflicht, wie auch in mancherlei anderer Hinsicht. Das bedeutet hauptsächlich, dass hier Case Law, also fallbezogene Rechtssetzung, vorherrscht im Gegensatz zum ua deutschen System der Kodifizierung. Es führt auch dazu, dass es bei den juristischen Berufen eine Trennung zwischen Prozessanwälten (Barrister) und beratenden Rechtsanwälten (Solicitor) gibt. John zählt zu letzteren, der sich, wenn ein Fall vor Gericht geht, einen Barrister sucht, der den Fall vor Gericht vertritt. Es ist jedoch so, dass der Solicitor normalerweise auch weiterhin in den Prozess eingebunden ist. Vor Gericht sieht das dann so aus, dass es vor der Richterbank (bzw der Bank mit den Gerichtsdienern) zunächst die Bank mit den Barristern gibt und dahinter eine für die Solicitors. Dahinter wiederum darf dann der Plebs sitzen.

Für mich begann der Tag damit, dass ich früher als sonst im Büro sein musste, nämlich um 08.30 Uhr, ich armes Hascherl. Kurze Zeit später gingen John, Greg (der Patentanwalt der Mandanten bei Sprusons) und ich zur Kammer (Chamber) der von uns beauftragten Barrister. John und ich zogen dabei Hackenporsches voll mit Dokumenten hinter uns her. In der Chamber gab es mit den beiden Barristers Richard, Senior Council, und Chris, Junior Council, ein vorbereitendes Palaver, während Chris einen Wagen mit Büchern vollpackte. Was für uns deutsche Juristen Palandt, MüKo und Co sind, um die Gegenseite lahm zu legen, sind in Australien die Bücher, in denen Fälle berichtet werden. Dieser Kriegswagen wurde allerdings nicht von Chris ins Gericht befördert, sondern von einem Mitarbeiter der Chamber, scheint Praktiarbeit zu sein.

Angekommen beim Gericht war ich erstmal enttäuscht, da es sich um ein modernes Bürogebäude handelt, welches den Charme der Gebäude in der Kirchstraße verströmt, nur nicht ganz so abgewrackt von innen. Den Aufbau in einem Gerichtssaal habe ich oben schon beschrieben. Ähnlich wie in Deutschland erscheinen die Richter als letztes, auch hier wird man vorm Auftritt der hohen Herrschaften zum Aufstehen aufgefordert. Dann verbeugt man sich voreinander und wird zum Hinsetzen aufgefordert. Der Teil mit dem Verbeugen wird von niederer, also nichtrichterlicher Seite, übrigens immer aufgeführt, wenn man den Saal verlässt oder betritt. Herrlich, mit der Beobachtung dieses Schauspiels habe ich mich wachgehalten. Ich hatte mich vorher bei John nach den Formalien erkundigt, damit ich keine peinlichen Momente herbei führe.

Perücken wurden heute nicht getragen, aber die Roben waren nett anzusehen. Die Senior Councils tragen eine zweiteilige schwarze Robe, eine Unterjacke, die mich an ein Dinnerjacket erinnert hat, und darüber etwas Wallendes mit angeschnittenen Fledermausärmeln. Die Junior Councils tragen nur einen robenartigen Überwurf. Beide Councils tragen dazu noch etwas, was ich nur als weißen Sabberlatz bezeichnen kann. Die Richter sind ebenfalls in schwarze, sehr einfach geschnittene Roben gewandet, auf deren linkem Revers ein breiter weinroter Seidenstreifen ist.

Die Verhandlung an sich war, gelinde gesagt, unspektakulär. Das Prozedere, zumindest in einem Berufungsverfahren, ist, dass derjenige, der Berufung eingelegt hat, ellenlang und wahnsinnig langweilig vorträgt, warum die angegriffene Entscheidung falsch ist und der Berufungsgegner verteidigt die Entscheidung. Die Gegenseite hielt einen insgesamt 4 Stunden langen Monolog, der nur sehr selten von richterlicher Seite und einer von mir sehnlichst herbei gewünschten Mittagspause unterbrochen wurde. Morgen erwartet mich dann das gleiche Spiel noch mal.

Das Thema an sich ist sehr interessant. Es geht darum, dass nach australischem Recht Neuerungspatente (Innovation Patent) zulässig sind, die geringere Eintragungsanforderungen, aber auch einen geringeren Schutz, als ordentliche Patente haben. Das Urteil in der Erstinstanz war das erste, in dem Prüfungsschritte für die Vorraussetzung eines Neuerungspatents, nämlich der innovative Schritt (innovative step), beschrieben wurde. Sinnvollerweise sollten daran nicht ganz so hohe Anforderungen wie an die Schutzvoraussetzung (inventive step) eines normalen Patents gestellt werden, was der Gegenseite aber nicht so ganz einleuchtet. Vielleicht verständlich, schließlich haben sie in der Erstinstanz verloren.

Abschließend vielen Dank an Miro Klose für die Wiederherstellung meines Weltbildes - Hertha vor Bayern ging gaaar nicht. Tut mir leid, Janis, dass sich Dortmund opfern musste.

Monday, February 2, 2009

Gerettet!

Ich habe eine Bäckerei mit Brot gefunden, welches halbwegs ordentlich aussieht. Sie müssten sogar Franzbrötchen haben. Allerdings sehen ihre Laugenbrezeln nicht ganz so vertrauenserweckend aus. Aber egal, endlich Brot, welches nicht die Konsistenz von Radiergummi hat!


Saturday, January 31, 2009

So gar kein Bezug zu Sydney, fast jedenfalls

Ich habe eben auf Spiegel Online diesen Artikel über den "Straßenverkehr" in Dublin gelesen. Er stimmt vom ersten bis zum letzten Buchstaben mit der am eigenen Leib erlebten, und überlebten, Realität überein.

Sydneysider, und mittlerweile auch ich, haben zu roten Ampeln übrigens eine ähnliche Einstellung. Muss man, um hier irgendwann mal über eine Straße zu kommen, da bei der Verkehrsplanung offensichtlich schlicht übersehen wurde, dass es auch Fußgänger geben könnte.

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Kochfrage. Sollte ich Erfolg beim Backen der Quiche haben, werde ich natürlich den Fotobeweis antreten.

Thursday, January 29, 2009

Kochfrage

Kennt jemand ein Rezept für einen glutenfreien Quicheteig? Würde meine Mitbewohner gern mit einer Quiche beglücken, aber Kim hat eine Glutenallergie.

Mein anderer menschlicher Mitbewohner, Dave, hat auch eine Allergie, nämlich gegen Wein. Er hat mein Mitleid.

Wednesday, January 28, 2009

Diverses

Temporärer (hoffentlich) Mitbewohner

Ich bin mal wieder auf einen possierlichen kleinen Freund der tierischen Art gestossen, dieses Mal gestern Abend über der Tür zum Wohnzimmer.



Mir wurde meine Vermutung bestätigt, dass es sich dabei um eine Huntsman Spinne handelt, eigentlich eine Baby Huntsman. Das ist eine der nicht tödlichen Spinnenarten in diesem wunderschönen Flecken Erde. Etwas unangenehmer ist die Funnel-web Spinne, die einen durchaus ins Jenseits befördern kann. Man kann sich nicht entscheiden, ob sie nur eine der drei tödlichsten Spinnenarten oder tatsächlich die tödlichste ist.

Das ist das Schöne hier unten, es gibt so viele Wege, tierisch den Löffel abzugeben (hi Hai). Und wenn man keine Lust darauf hat, es auf die tierische Art zu probieren, bleibt einem immer noch der Strassenverkehr - da hat man mir als Kind eingehämmert, erst nach links, dann nach rechts zu sehen, bevor ich die Strasse überquere, und hier darf ich genau anders herum vorgehen. Bisher habe ich das noch geschafft. Ich erinnere mich noch an eine Gelegenheit beim Besuch von Oxford, als Micha nicht schnell genug zur Stelle war, um mich vom Betreten der Strasse abzuhalten (falls jemand eine bildliche Beschreibung braucht - das lief dann meist so ab, dass ich mit einem Griff um die Taille hochgehoben und sicher auf dem Fussweg abgestellt wurde)... Opfer dieser Aktion war ein Fahrradfahrer, der nicht schnell genug ausweichen konnte.

ÖPNV

Das Stichwort Strasse bringt mich zum anderen Thema des heutigen Eintrags - der öffentliche Personennahverkehr. Gibt's hier, irgendwie. Man hat die Wahl zwischen Bus, Bahn, Fähre, jeweils öffentlich betrieben, sowie Tram und Monorail, die in privater Hand liegen.

Meinen täglichen Weg zur Arbeit lege ich mit Bus und Bahn sowie einem guten Mass an Geduld zurück. Busfahren hier ist wie ein Griff in eine Wundertüte, es kann klappen, muss aber nicht. Es fängt schon mal damit an, dass an den (gut, nur an manchen) Bushaltestellen ein Zeitplan hängt, also Uhrzeit und Bus, der zu dieser Zeit fahren sollte. Die Nutzung des Konjunktivs zeigt schon, dass das nicht unbedingt der Fall sein muss. Die entspannte australische Geisteshaltung findet auch bei Fahrplänen Anwendung. Es ist chaotisch, es ergibt keinen Sinn, es ist Australien.

Weiter geht die Überraschung dann damit, dass man nicht weiss, wo der Bus lang fährt, einen Plan mit den Haltestellen gibt es nicht. Und wenn man dann im Bus sitzt, weiss man auch nicht, an welcher Haltestelle man gerade ist. Busfahren ist also praktisch wie die Initiierung in einen Geheimbund - eigentlich braucht man jemanden, der jeden Weg, den man nehmen muss, einmal mit einem abfährt, ansonsten ist man verloren.

Ar***karte kann man übrigens auch haben, wenn man an der Haltestelle steht. Wenn der Busfahrer sein Gefährt für zu voll hält, fährt er trotz heftiger Armbewegungen potentieller Fahrgäste an der Haltestelle vorbei. Da ich den Bus in Richtung Bondi Beach nehmen muss auf dem Heimweg, was besonders im Sommer ein beliebter Ort ist, hatte ich das Vergnügen schon ein paar Mal.

Fussball

Bayern München gegen Stuttgart... tja, ick sach dann mal nüscht weiter.

Monday, January 26, 2009

Australia Day auf die hamburgische Art


Australia Day hat an und für sich den übergroßen Vorteil, dass er im (australischen) Sommer stattfindet. Im Gegensatz zum deutschen Nationalfeiertag friert man sich also nicht den Hintern ab, sondern man braucht nur einen Hut und Lichtschutzfaktor 30+.
Für mich begann der Tag damit, dass ich wunderschöne Oldtimer bewundern konnte. Keine Ahnung, ob diese auch noch in Form einer Parade bewegt wurden, jedenfalls waren sie stehend schon eine Pracht:


Auf dem Weg zu unserem erstem planmäßigen Ereignis, dem Ferrython im Hafen vor dem Opera House, stießen Ulli und ich bereits auf das zweite außerplanmäßige Highlight nach den Autos. Die Botanical Gardens halten zahlreiche Überraschungen parat, so auch heute einfach mal so einen sich frei durch die Gegend bewegenden Papagei. Ich hatte bereits gestern während meines Frühstücks so einen kleinen Freund in unserem Garten gesehen, nur leider hatte ich meine Kamera nicht in Reichweite.


So ganz begriffen habe ich den Sinn des Ferrythons nicht, bei dem vier geschmückte reguläre Passagierfähren und andere Boote gegeneinander ein Wettrennen austragen, aber einen Sinn muss das Ganze nicht wirklich ergeben – es muss nur Spaß machen und das tat es. Ich habe leider nicht mitbekommen, welches Boot gewonnen hat, aber auch das war nicht wirklich von Belang. Einen Favoriten hatte ich jedenfalls, Quietscheente:


Im Anschluss daran taten Ulli und ich das, was anständige Juristen so tun zur Mittagszeit – wir führten uns Alkohol zu. Natürlich erst, nachdem ordnungsgemäß am Einlass der Freiluftbar festgestellt worden war, dass wir auch alt genug für Alkohol, heute in Form von Cider der Marke Strongbow, waren:


Wie oben gesagt, Australia Day hat einen eindeutigen klimatischen Vorteil und so war es ein Vergnügen, durch die Gegend um die Harbour Bridge zu laufen, einem Stadtteil namens The Rocks. Hierbei handelt es sich um den ältesten Teil Sydneys, was man an den alten Gebäuden und engen Gassen noch gut erkennen kann. Anlässlich des Australia Days verwandelte sich The Rocks in eine einzige Freiluftbühne. So paradierten auf einer Straße die Chrome´s Bulls durch die Gegend. Was sie genau veranstaltet haben, lässt sich mit Worten nicht beschreiben, aber mit zwei Bildern kann ich wenigstens ansatzweise das Spektakel zeigen:




Auf Bühnen im gesamten Viertel fanden Konzerte statt und in einem Gässchen traten Chöre auf:


Und dann kam der Moment, in dem mein Hut nicht mehr Schutz gegen die nicht scheinende Sonne bot, sondern bewies, dass er wasserfest ist. Jetzt folgt auch die Erklärung für den Titel des heutigen Blogs – Kenner der Hamburger Wasserverhältnisse werden wissen, dass es einen Regen in Hamburg gibt, der die Nutzung eines Regenschirms nicht rechtfertigt, aber trotzdem dazu führt, dass man irgendwann bis auf die Knochen durchnässt ist. Eben dieser Regen begann gegen 17 Uhr und hat bis jetzt nicht aufgehört. Die Laune von Ulli und mir sank deshalb beträchtlich, anfänglich waren wir aber noch willens, dreieinhalb Stunden bis zum Beginn des Feuerwerkes auszuhalten. Wir begaben uns deshalb auch zum Ort des Geschehens, nach Darling Harbour und Cockle Bay. Dort angekommen, bot sich uns dieser Anblick:


Das war uns dann doch zu viel, so dass wir den geordneten Rückzug antraten. Dabei geholfen hat der Gedanke, dass anlässlich des chinesischen Neujahrs am kommenden Sonntag wiederum ein Feuerwerk am selben Ort stattfinden wird. Wie meine Mitbewohnerin Kim sagt, sind die Australier verrückt nach Feuerwerk.