Auch dieses Mal ein Epilog: Moderne Autos mit ihren Sensoren sind gequirlte Durchfallkatzenkacke. Am Ende von Tag 4, nach einem erneuten ausgiebigen Bad in Krossneslaug, erschien das uns vom letzten Jahr bekannte Warnzeichen des abfallenden Reifendrucks. Wir ließen uns, eben wegen der Erfarhung des vergangenen Jahres, überhaupt nicht aus der Ruhe bringen, sondern fuhren entspannt zum Hotel zurück. Dort angekommen, machte ich den Motor aus, wartete kurz, startete den Motor erneut und... uuuups, das Warnsignal erschien wieder. Gar. Nicht. Gut. Aber, watt willste machen am Popo der Welt, wenn´s dunkel und ungemütlich wird. Nach dem Essen fragten wir an, ob man uns wegen eines eventuell möglicherweise vorhandenen Problems mit Otti helfen könne. Yep, am Morgen könne der Chef des Hauses, der sich mit Autos auskennen würde, die Sache ansehen. Also, am nächsten Morgen, Cheffe nicht da, aber einer der Angestellten war in der Lage, mit einem Ding, das wie ein Kugelschreiber aussah, den Reifendruck zu überprüfen, der auf allen Reifen punktgenau gleich war. Aber in einer Einheit, mit der keiner von uns was anfangen konnte. Nun gut, überall derselbe Druck, damit fühlten wir uns sicher genug, zum nächsten größeren Ort, Holmavik, zu kommen, wo es eine Tankstelle gibt. Und schlicht und ergreifend Menschen. Also gut, ab ins Auto, deutlich weniger entspannt als auf dem Hinweg und dann, vier fünf Kilometer vor Holmavik, verschwindet dieses gottverdammte Grützzeichen aus dem Armaturenbrett und ward seitdem nicht mehr gesehen. Otti 2 hat einen seltsamen Sinn für Humor.
Djupavik bereitete uns am Morgen aber nicht nur Probleme, sondern die Sommerdauergäste kamen, um sich von uns zu verabschieden.
Merklich entspannter machten wir uns auf unsere Weiterreise Richtung Westen, wie auch die vergangenen Tage begeistert darüber, dass die Landschaft so mit ohne Schnee noch beeindruckender ist. Da wir ungefähr wussten, wie lange wir für die Strecke bis ins aktuelle Hotel in Sudureyri brauchen würden, konnten wir uns Zeit lassen und die Gegend genießen.
So machten wir dieses Mal in Reykjanes halt. Diese Ortschaft, ich bin großzügig bei der Nutzung dieser Bezeichnung, ist bekannt für ihren großen Pool mit 50m Bahn. Und den heißen Quellen so nah am Meer, dass man dort wohl baden kann. Wir haben es nicht ausprobiert, aber immerhin den Finger ohne Abfrieren reingehalten. Das Ufer schaut dann so aus.
Genau hinter meinem Standpunkt befindet sich diese kleine Picknickecke, die wir natürlich für eine Pause nutzten. Kleiner Tipp am Rande, nie nie nie dänische Salami kaufen. Die giftig pinke Farbe hätte uns Warnung genug sein sollen, das Zeug ist widerwärtig. Mittlerweile ist sie endlich aufgebraucht, aber das Zeugs versaut einem jedes Picknick, trotz tollen Ausblicks.
Die Kiste auf dem Tisch enthält übrigens selbstgemachte Marmelade, kleine Erinnerungstüten mit Muscheln sowie eine Kasse des Vertrauens und ein Quittungsbuch. So viel Gottvertrauen hat man vermutlich nur noch auf Island. Und das wahrscheinlich auch nicht mehr lange.
Außerdem gibt es in Reykjanes eine klitzewinzigkleine Fabrik zur Herstellung von Meersalz, im Hotel nebenan kann man es kaufen. Wir machten also erstmal einen Großeinkauf (Weihnachtsgeschenke sind gerettet) und spazierten dann hinunter zum Ufer und zu den zwei Fabrikgebäuden. Drinnen war natürlich keiner, der uns hätte eine Führung geben können. Wir wollten gerade weiterlaufen, da kam einer kleiner Corsa angeschossen, ein äußerst entspannter junger Mann mit Sandwich im Mund stieg aus und schlurfte ins Gebäude. Und kam kurz danach wieder raus und fragte uns, tiefenentspannt, ob wir die Anlage besichtigen wollen. Absolut! Also, Haarnetz auf, Plastiküberzieher über die Schuhe und rein ging´s in die Hitze. War spannend! Und witzig, der Typ hatte sowas von die Ruhe weg.
Einer der drei Bottiche fürs Meerwasser, von außen fotografiert. Die feuchte Hitze drinnen hätte ich meiner Kamera nie angetan.
Mit der Tour fertig, und jetzt nicht wirklich am Boden zerstört, weil wir nicht auch noch ihm Salz abkauften, empfahl er uns noch einen kleinen Spaziergang von 10 Minuten weiter das Ufer entlang, um den alten Pool zu sehen. Scheint der älteste Pool Islands zu sein. Und enthält leider kein heißes Wasser mehr. Sieht aber toll aus und ist malerisch gelegen
.
Weiter ging´s bis zum nächsten Parkplatz, der für einen Fotostop mit Blick auf die Insel Vigur und weitere Fjorde genutzt werden musste. So sah es eigentlich während unserer gesamten Fahrt aus.
Den nächsten Spontanhalt machten wir bei dem Museumsgehöft Litlibear. Ganz ehrlich, wenn etwas von der Straße aus so aussieht, muss man anhalten.
Drinnen war es mindestens genauso großartig. Litlibaer, kleiner Hof, ist ein altes Gehöft, welches bis in die 1960er bewirtschaftet wurde. Zum Teil haben dort bis zum 20 Menschen gewohnt, ich mag es mir nicht vorstellen. Jetzt kann man die auf zwei Etagen verteilten vier Zimmer besichtigen, guten Kaffee trinken und frische Waffeln essen.
Und man kann mit Amerikanern so gut ins Gespräch kommen, dass man sich freut, wenn man hört, dass sie im selben Ort wie wir übernachten. So hatten wir mit Kathleen und Paul dann auch noch ein schönen Abendessen hier in Sudureyri.
Und wir hatten ja auch noch die Nordlichter.
PS: So sah ich bei der Wanderung aus. Gämsendiplon, sofort.














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