Sunday, June 14, 2015

04.06. - per aspera ad foss

Endlich, Sonne. So richtig und auch noch am Tag!

Den ersten Halt machten wir in der Nähe von Nupur, um den Ziergarten Skrudur zu besichtigen. Dieser wurde vor bald 100 Jahren von einem Pfarrer namens Sigtryggur Gudlangsson am Fuße eines Berges angelegt. Mittlerweile befindet sich der kleine Garten im Besitz der Stadt Isafjordur, die ein paar Fjorde entfernt liegt, trotzdem ist er liebevoll gepflegt. Alles war am Knospen, aber leider nicht am Blühen. Es ist nun einmal der kälteste Frühling seit Ewigkeiten. Aber, immerhin, es schien die Sonne und der Anblick mit den Bergen im Hintergrund war grandios.



 

Von dort ging es weiter nach Thingeyri, wo wir unter Führung eines Belgiers einen zweieinhalbstündigen Ausritt über Stock und Stein, durch Flüsse und am Strand unternahmen.




Mit belgischen Waffeln und Kaffee ging es gestärkt zurück auf das, was man in Island als Straße bezeichnet. Eine Hochlandschotterpiste, zum Teil mit meterhohem Schnee am Straßenrand, sich in schön engen Kurven entlang von Fjorden windet, links der steile Berg, rechts der Abhang Richtung Wasser... In dem Moment dachte ich wirklich, die wollen mich auf den Arm nehmen. Um über die Westfjorde zu kommen, braucht man gute Nerven und ganz viel Zeit. Aber, aufgeben fällt aus wegen starken Willens, ich fahre einmal um Island.

Dann tauchte am Ende eines Fjordes endlich die Belohnung für die Tortur auf, der meiner Ansicht nach schönste Wasserfall Islands, der Dynjandi.


Es brauchte dann aber noch zwanzig Minuten Fahrt und eine kleine Wanderung, bis wir auf einem kleinen Plateau direkt vor ihm standen.





 Weiter ging´s über Stock und Stein und auf einmal jammerte Otti los - nein, nicht wegen Glatteisgefahr, sondern irgendwas mit dem Reifendruck. So mitten im Nirgendwo oben auf dem Berg nicht gerade das, was man von seinem großartig zuverlässigen Mietwagen erzählt bekommen möchte. Was anderes als weiterfahren war aber nicht drin, also Zähne zusammenbeißen und weiterfahren. Und anhalten, weil man sowas sieht.



Wir hatten noch ein Stückchen Weg vor uns bis zu unserer Unterkunft Patreksfjördur, außerdem hatte Otti Aua, also startete ich ohne ein Bad mit Aussicht den Motor. Und weg war die Warnleuchte. Otti, verzeih, dass wir an Dir gezweifelt hatten.

Erleichtert machten wir dann einige Fjorde später einen Halt bei Pollurinn, dem Hot Pot bei Talknafjördur. Ein heißes Bad am Ende eines anstrengenden Tages mit Blick auf den Fjord? Alles, was fehlte, war ein kaltes Bier. Das hatten wir zwar im Kofferraum, als Fahrer kurz vorm Ende der Tagestour hielt ich mich aber lieber am Egils Malt fest.

Spät am Abend fanden wir uns an der Bar unseres Hotels in Patreksfjördur auf ein Freigetränk wieder. Weil das Housekeeping nicht fertig geworden war, gab es keine Zimmer mit Blick auf den Fjord, sondern für uns nur den Blick nach hinten auf eine Baustelle, außerdem fehlten die Kopfkissenbezüge (!), weshalb die Rezeption uns auf ein Getränk an die Bar einlud. Bei den Getränkepreise aus Island ist das eine ordentliche Entschuldigung, also zickten wir nicht, sondern setzten uns an die gutausgestattete Bar und bestellten jeder ein Bier. War eine glückliche Fügung, denn so kamen wir ins Schwätzen mit ein paar Fischern aus Patreksfjördur. Die Gespräche kreisten zwar hauptsächlich um das Thema Fußball, aber interessant war das trotzdem.

Statistik: Hot Pot: 1 (yeah!), km-Stand: 3.317,1




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