Sunday, January 18, 2009

Bloß keinen Stress

Ich bin´s mal wieder, frisch von den Wellen durch die Gegend gewirbelt und jetzt gemütlich auf der Veranda sitzend. Um erstmal ein paar Fragen abzuarbeiten:

- die Treppe zum Strand bzw wieder zurück hat 145 Stufen und wir reden von steilen Stufen, das Foto zeigt eine stark geschönte Perspektive.


- Die Supermärkte hier haben mehr deutsche denn US – amerikanische Verhältnisse. Allerdings ist teilweise selbst ALDI besser sortiert als das, was ich hier so zu sehen bekomme. Die „Kosmetik“-Abteilung, also der Gang für Duschbad, Shampoo und solche Scherze ist, gelinde gesagt, überschaubar. Hat dann wiederum den Vorteil, dass ich mit meiner Entscheidungsschwäche nicht so lang wie sonst brauche. Falls ich mal das Bedürfnis nach deutschem Bier haben sollte, auch das ist hier vorhanden zu halbwegs akzeptablen Preisen, leider haben sie allerdings nicht mein geliebtes Schöfferhofer Weizen mit Grapefruit (und schon höre ich etliche entnervte Stimmen aufschreien, dass das kein Bier ist).

- Der Trick mit der Festnetznummer ist relativ einfach nachzumachen. Lia war so freundlich, mich auf www.sipgate.de hinzuweisen. Alles, was man braucht, ist eine deutsche Adresse für die Anmeldung, ein (funktionierendes) Headset und eine gute Internetverbindung. Bei mir war noch zusätzlich Geduld bei der Einrichtung der Software erforderlich, Macs werden in der Beschreibung stiefmütterlich behandelt.

- Mein Hundemitbewohner Ali ist noch recht rüstig für seine doch erst 12 Jahre (13 im April), um die Schnauze und auf den Pfoten leicht grau werdend und wunderbar ruhig. Im Gegensatz zu einem anderen mir bekannten Hund setzt er auch keine biologischen Waffen ein...

Die letzten Tage habe ich damit verbracht, mich ein wenig einzuleben und die nähere Umgebung sowie Sydney ansatzweise zu erkunden. Am Freitag trieben sich Ulli und ich in der City rum. Dabei durfte ich mit dem größten Vergnügen feststellen, dass das Opernhaus und die Harbour Bridge in natura noch viel, viel, viel beeindruckender aussehen als auf einfachen Abbildungen. Trotzdem gibt es auch von mir ein weiteres Bild mit diesen Motiven:


Und, weil es so schön ist, auch noch mal vom Wasser aus. Mit den normalen Stadtfähren kann man die Stadt nämlich auch hervorragend vom Wasser aus erkundigen und kann sich die Touristenboote schenken:


Gestern war dann meine lokale nähere Umgebung dran. An der Küste gibt es einen Weg, auf dem man von Bondi Beach bis Coogee Beach laufen kann, laut meinem Reiseführer sollen das knapp 6 km sein. Was in diesem Reiseführer und auch sonst verschwiegen wird, ist, dass Sydney im Gegensatz zu Rom nicht nur auf sieben Hügeln erbaut ist, sondern auf minimum 7000. Da wird so ein Spaziergang ganz schnell sehr anstrengend, besonders wenn die Sonne von oben brutzelt. Also habe ich mir dann auf halber Wegstrecke gesagt, dass ich noch genügend Zeit haben werde, den Weg ordentlich abzulaufen. Ordentlich heißt dann auch, Badesachen dabei zu haben.


Tamarama Beach, mein Hausstrand, mit den üblichen Wellen.


Ich konnte meiner Friedhofleidenschaft frönen, zwischen Bronte Beach und Clovelly Beach führt der Weg durch einen bis an die Klippen gehenden Friedhof, der übrigens immer noch in Benutzung ist und auf freie Kapazitäten hinweist.


Schild an Clovelly Beach, die Hinweise sollte man ernst nehmen, es gibt eine anständige Brandung. Soll aber auch ein hervorragendes Schnorchelgebiet sein, also werde ich auch da mal reingehen.


Hier halten sie sich dran...

Abends trafen sich dann wieder Ulli und ich in der Stadt zu einem kostenlosen Konzert der Gypsy Kings And Queens im Park The Domain, welches im Rahmen des Sydney Festivals stattfand. Habe lange nicht so viele Menschen auf einem Haufen gesehen.



Heute habe ich dann etwas gemacht, was auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz so sinnvoll erscheint, denn sich eine „Monet und die Impressionisten“ – Ausstellung in Australien anzusehen, mag sich vielleicht nicht unbedingt aufdrängen. Allerdings kam der übergroße Teil der in der Art Gallery of New South Wales ausgestellten Bilder aus dem Bostoner Museum Of Fine Arts. Wenn man bedenkt, dass sich in den Vereinigten Staaten die größte Anzahl impressionistischer Bilder befindet, macht die Aktion, die mich 30 Minuten Anstehen und 12 AUD gekostet hat, doch fast schon wieder Sinn. Gelohnt hat sie sich auf jeden Fall. Und, Trommelwirbel, ich habe mir nicht den Katalog gekauft (was nur daran lag, dass ich meine Kreditkarte nicht bei mir hatte und mein Bargeld nicht ausgereicht hat).

Auf dem Rückweg traf ich zunächst auf die australische Version einer Wanne, immerhin weiß jeder, der lesen kann, sofort, was gemeint ist:


Und ich erblickte diesen possierlichen kleinen Kerl:


Sah wie ein Plastikspielzeug aus. Bis er sich bewegte.

Zum Abschluss nach der Fauna noch ein bisschen lokale Flora:


Das ist ein Hibiskus, oder? Die Größe irritiert mich ein wenig.

Und kann mir bitte jemand sagen, was das ist?


Damit jetzt niemand auf den Gedanken kommt, dass ich nur zum Urlaub hier sei, verabschiede ich mich mit den Worten, dass ich morgen um 09.30 Uhr bei Spruson & Ferguson meinen Dienst antreten werde.

4 comments:

  1. Ich kann gar nicht fassen, daß du direkt beim Tamrama Beach wohnst! Da haben Nora und ich unsere erste australische Avokado verzehrt -- Nostalgie!! Und diesen Küstenweg haben wir auch versucht, zu gehen. Sind allerdings nur vom Bondi bis zum Bronte Beach gekommen.

    Ach, Sydney. Da beneide ich dich schon ein bißchen. Wenn's eine Großstadt gibt, in der ich es auch mal länger aushalten könnte, dann wär das Sydney. Werde deine Einträge gespannt verfolgen und wünsche dir eine genial gute Zeit da!

    Warst du denn auch schon im Darling Harbour?
    LG
    Kat

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  2. Na, dann mal einen guten Start heute! Und bei den Strand- und Wellenfotos werde ich schon ein wenig neidisch. Denn obwohl auch hier die Strände wunderschön sind, ist Baden unmöglich, wenn man nicht gerade absolut lebensmüde sind. Die Strömungen sind so stark, dass jedes Jahr einige Menschen sterben. Und Baywatch gibt4s hier nicht... LG Alex

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  3. Es ist schön, Euch über Strände, Wellen etc. berichten und schwärmen zu hören. Neid kommt da keiner auf, denn hier im gefährlich glatten und armen Berlin wartet auch so manche Herausforderung. Z.B. eine unbefristete Festanstellung als Lehrer. (Es sollen schon einige Menschen dran gestorben sein.) In Zeiten knapper Kassen und Bildungsnotstand eine todsichere Angelegenheit.
    Die Zeiten des Referendariats liegen längst zurück, nun gilt es den Berliner Schuldschungel aufzumischen. Franz, du kannst auf mich anstoßen!!! Aber bitte mit reinem Gerstensaft!
    Knutscha

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  4. Nachdem ich ja täglich begierig nach Deinen neuen Einträgen schaue (kein Wunder bei unserem grauen Winterwetter), hab ich mir nun auch tagelang Gedanken über die Pflanze auf Deinem letzten Foto gemacht. Die kam mir doch soooo bekannt vor.
    Und heute hatte ich dann endlich den entscheidenden Geistesblitz... es ist eine Plumeria oder auch Frangipani. Gibts bei uns leider nur in der Mini-Version im Kübel, aber schön ist sie auch in klein.
    Gruß vom Zwerg

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